
Medikamentenmissbrauch: Wenn Teenager zu Tilidin und Benzos greifen
Fotos: Maximilian Mann / DER SPIEGEL(2), Correctiv(2), Aliona Kardash / DER SPIEGEL Medikamentenmissbrauch Wenn Teenager zu Tilidin und Benzos greifen Suchtkliniken behandeln immer häufiger Patienten, die von Schmerz-...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Fotos: Maximilian Mann / DER SPIEGEL(2), Correctiv(2), Aliona Kardash / DER SPIEGEL Medikamentenmissbrauch Wenn Teenager zu Tilidin und Benzos greifen Suchtkliniken behandeln immer häufiger Patienten, die von Schmerz- und Beruhigungsmitteln abhängig sind, viele sind sehr jung. Fachleute sagen, es fehle an Therapieplätzen. Zu Recht, wie eine SPIEGEL-Recherche zeigt.
Von Susanne Amann, Anna Behrend, Jörg Blech, Justus von Daniels, Marc Engelhardt, Heike Klovert und Kristina Ratsch 09. 42 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (10 Minuten) 10 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
Die Einzelheiten
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Vor fünf Jahren waren es Methamphetamin und LSD, weshalb viele Patienten bei Verena Riedner landeten. Typische Partydrogen, die aufputschen, aber nicht so schnell süchtig machen. Heute sind es häufig starke Schmerz- und Beruhigungsmittel, die ihre Patientinnen und Patienten nehmen.
Oxycodon zum Beispiel, ein Opioid, das unter anderem in der Krebsbehandlung eingesetzt wird und sehr schnell abhängig machen kann. Riedner ist stellvertretende leitende Oberärztin am kbo-Heckscher-Klinikum für Kinder und Jugendpsychiatrie im Münchner Stadtteil Giesing. Auf einer spezialisierten Station für abhängige junge Menschen hat sie im vergangenen Jahr 172 Patientinnen und Patienten behandelt.
Diese wollten keinen Dopaminrausch mehr, sie wollten nicht die Nacht durchtanzen, erzählt Riedner. Vielmehr suchten sie eine Welt wie in Watte gepackt, weit weg von sich selbst und der eigenen Überforderung. So beschreibt Riedner, was ihr die Jugendlichen aus der Suchtstation erzählen.
Was Experten sagen
Eine Dauerdämpfung vom Aufstehen bis zum Einschlafen. Und noch etwas beobachtet die Ärztin: Ihre Patientinnen und Patienten werden immer jünger. Bild vergrößern Therapie in Suchtklinik: Dauerdämpfung vom Aufstehen bis zum Einschlafen Foto: Maximilian Mann / DER SPIEGEL Suchtmediziner und andere Experten registrieren die Entwicklung mit Sorge .
Zumal die Pillen leicht verfügbar und günstig sind: Man kann sie über Instagram, Telegram und TikTok bestellen, sie werden per Drogentaxi gebracht oder per Post verschickt. Mehr zum Thema Tablettenmissbrauch bei Jugendlichen: Oxys, Benzos, Tilis, Tod Von Susanne Amann und Sanja Hardinghaus Medikamentenmissbrauch: Dealer in der Apotheke Von Susanne Amann und Maria Christoph Die Beobachtung von Riedner und anderen deckt sich mit dem Ergebnis einer Studie des Instituts für Therapieforschung in München: Junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren werden hier als »wachsende Gruppe für den missbräuchlichen Konsum von Tilidin, Tramadol und Co. Der Konsum opioidhaltiger Schmerzmittel werde zunehmend als normal angesehen, heißt es in der Studie weiter.
Das Problem dabei: Konkrete Zahlen für ganz Deutschland gibt es nicht. Unter anderem, weil nicht jeder, der an Medikamentenmissbrauch stirbt, als Drogentoter erfasst wird.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





