
Verbraucherschutz: Justizministerin Hubig plant Regeln gegen überteuerte Tickets
Konzerte und Sportveranstaltungen Justizministerin Hubig will gegen überhöhte Ticketpreise vorgehen Konzertkarten sind schon im regulären Verkauf meist kostspielig. Wer auf dem Zweitmarkt kauft, zahlt oft noch mehr....
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Konzerte und Sportveranstaltungen Justizministerin Hubig will gegen überhöhte Ticketpreise vorgehen Konzertkarten sind schon im regulären Verkauf meist kostspielig. Wer auf dem Zweitmarkt kauft, zahlt oft noch mehr. Bundesjustizministerin Hubig kündigt nun Regulierung gegen »horrende Preise« an.
43 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Besucherinnen eines Konzerts in der Schweiz Foto: Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE / picture alliance Mit einem offenen Brief haben Künstler und Veranstaltungsfirmen Bundesjustizministerin Stefanie Hubig aufgefordert, gegen »Wucher und Betrug« auf dem Ticketzweitmarkt zu handeln.
Die Einzelheiten
Die SPD-Politikerin hat nun angekündigt, schärfer gegen überhöhte Preise vorzugehen. »Ein Blick in andere Länder zeigt: Auch auf nationaler Ebene kann man den Ticketzweitmarkt wirksam regulieren. Diese Möglichkeiten will ich nutzen«, sagte Hubig der »Bild«-Zeitung .
Hubig hat nicht nur Musikveranstaltungen im Visier: Konzerte, Fußballspiele und andere Veranstaltungen dürften nicht nur denjenigen offenstehen, »die sich die horrenden Preise auf dem Zweitmarkt leisten können«, sagte sie. Sie skizzierte erste Maßnahmen: Ein möglicher Schritt sei, überzogene Preisaufschläge beim Weiterverkauf zu begrenzen. Zugleich müsse der private Weiterverkauf von Tickets möglich bleiben und dürfe nicht unnötig kompliziert werden, betonte die Ministerin.
»Es geht darum, kommerzielle Geschäftemacherei einzudämmen – im Interesse von Fans, Künstlerinnen und Künstlern sowie Sportlerinnen und Sportlern. « Aufschläge von 250 Prozent und mehr keine SeltenheitDen offenen Brief an die Ministerin hatte kürzlich der Verband freier Musikschaffender Pro Musik veröffentlicht – unterschrieben von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern wie den Toten Hosen oder Ikkimel. Zu den Initiatoren gehört auch der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft.
Was Experten sagen
In dem Schreiben heißt es, gewerbliche Wiederverkäufer kauften Tickets in Massen auf, nicht selten mithilfe automatisierter Software (sogenannten Bots). Anschließend würden sie Tickets zu horrenden Preisen weiterverkaufen. Ein Ticket, das für 60 Euro angeboten wurde, werde auf Plattformen wie Viagogo oder Ebay etwa für 100, 200 oder noch mehr Euro gehandelt.
Aufschläge von 250 Prozent und mehr seien keine Seltenheit. Das Geld komme allerdings weder den Künstlerinnen und Künstlern noch der Veranstaltungswirtschaft zu, es fließe »nicht in die Produktion neuer Musik, in faire Löhne oder in die nächste Tour«, heißt es in dem offenen Brief weiter. Es lande in den Taschen von Zwischenhändlern, »die zur Kultur nichts beitragen als Abzocke«.
Wie die Ministerin verwies auch der Verband Pro Musik auf Regelungen im Ausland: In Frankreich sei der kommerzielle Weiterverkauf von Tickets »seit Jahrzehnten« gesetzlich eingeschränkt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





