
Pride-Parade in Seoul: Zehntausende feiern – ebenso viele protestieren auf Gegendemo
Queeres Leben in Südkorea Zehntausende bei Pride-Parade in Seoul – ebenso viele bei Gegendemo Zehntausende Menschen feiern ausgelassen bei Südkoreas größter Pride-Parade und fordern mehr Rechte für Lesben, Schwule und...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Queeres Leben in Südkorea Zehntausende bei Pride-Parade in Seoul – ebenso viele bei Gegendemo Zehntausende Menschen feiern ausgelassen bei Südkoreas größter Pride-Parade und fordern mehr Rechte für Lesben, Schwule und trans Personen. Christlich-konservative Gruppen protestieren dagegen. 28 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Audio steht in Kürze zur Verfügung In Kürze bereit X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Pride-Parade in Seoul Foto: Jung Yeon-Je / Wo wochentags Angestellte in Bürotürme eilen, feierten am Samstag mehr als 10. 000 Menschen in der Seouler Innenstadt die gesellschaftliche Vielfalt.
Die Einzelheiten
Beim Seoul Queer Culture Festival demonstrierten sie mit Regenbogenflaggen und Protestbannern für die Rechte der LGBTQ-Community. Seit dem Jahr 2000 findet der südkoreanische Ableger der Pride-Paraden in der Hauptstadt Seoul statt. Während des ersten Umzugs kamen nur einige Dutzend Personen, inzwischen sind es Tausende.
Christlich-Konservative sehen Homosexualität »als Sünde«Südkorea gilt popkulturell als Vorreiterland, doch die Schwulen-, Lesben- und Transgender-Bewegung wird diskriminiert. Wie polarisiert die Gesellschaft beim Thema sexuelle Minderheiten ist, zeigt sich in aller Öffentlichkeit. Nur wenige Hundert Meter von der Pride-Parade entfernt findet wie jedes Jahr eine von christlichen Gruppen organisierte Gegendemo statt.
000 Demonstranten haben sich vor dem Rathaus versammelt, wo sie zu den Klängen von Kirchenliedern für ein »gesundes Korea« werben. Homosexualität ist in den Augen der Gegendemonstranten eine Sünde. Bei 30 Grad war die Stimmung auf der Pride-Parade ausgelassen: Neben Aufführungen stellten an Dutzenden Ständen stellen zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Arbeit vor.
Was Experten sagen
»Ich bin heute gekommen, weil ich schwul bin und zum ersten Mal eine Pride-Veranstaltung erleben wollte«, sagte ein 19-jähriger Koreaner, der sich mit seinem englischen Spitznamen David vorstellt. »Südkorea ist nach wie vor sehr konservativ«, kritisierte der Universitätsstudent. Antidiskriminierungsgesetz wird blockiertLaut einer OECD-Studie von 2020 gehört Südkorea neben Japan und der Türkei zu den Schlusslichtern bei der rechtlichen Gleichstellung von LGBTQ-Personen.
Und seither dürfte sich wenig geändert haben. Nach wie vor kämpfen gleichgeschlechtlich liebende Koreanerinnen und Koreaner sowie trans Personen um ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, das sexuelle Minderheiten rechtlich schützt. Seit rund 20 Jahren wird ein entsprechender Gesetzentwurf in der südkoreanischen Nationalversammlung blockiert.
Kein Präsident hat sich an das Vorhaben gewagt – entweder aus Überzeugung oder aber aus Angst, konservativ-christliche Wählerstimmen zu verlieren.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





