
50. Bachmannpreis: Nie mehr Nylonkleid und Zigarette
50. Bachmannpreis : Nie mehr Nylonkleid und Zigarette Ein Kommentar von Jan Wiele, Klagenfurt 25.06.2026, 11:49Lesezeit: 2 Min. Helga Schubert bei der Eröffnung der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Bachmannpreis : Nie mehr Nylonkleid und Zigarette Ein Kommentar von Jan Wiele, Klagenfurt 25. 2026, 11:49Lesezeit: 2 Min. Helga Schubert bei der Eröffnung der 50.
Tage der deutschsprachigen Literatur in KlagenfurtORFAuftakt zum 50. Bachmannpreis-Wettbewerb: Helga Schubert erinnert in ihrer Klagenfurter Rede zur Literatur daran, dass Ingeborg Bachmann noch leben könnte – wirbt aber dafür, sich vom Bild der gequälten Dichterin zu lösen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wer Helga Schubert zuhörte, konnte Slata Roschal für ungezogen halten.
Die Einzelheiten
Schubert, im Alter von 86 Jahren zurückgekehrt nach Klagenfurt, um dort die Rede zur Literatur zu halten, erinnerte sich in dieser daran, wie sie 1980 zum ersten Mal beim Wettbewerb um den Bachmannpreis eingeladen war und gerne gekommen wäre – aber der Schriftstellerverband der DDR ließ sie nicht ausreisen. Roschal, die 1992 in St. Petersburg geboren wurde und heute in München lebt, ist in diesem, dem Jahr des 50.
Jubiläums, als Teilnehmerin beim Bachmannpreis-Wettbewerb eingeladen, aber sie hat vorab in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, es sei nicht ihr Job, einer Jury zuzuhören, das habe etwas Erniedrigendes, sie werde also ihren Text lesen und dann aufstehen. Das war in Gesprächen beim sommerlichen Empfang vor dem ORF-Landestheater am Abend der Eröffnung eine Anekdote, über die getuschelt wurde – aber kein großes Aufregerthema: Denn in fünfzig Jahren Bachmannpreis-Geschichte gehört das Teilnehmen am Wettbewerb bei gleichzeitiger Schmähung der Bedingungen längst zur Folklore. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Dienen die Schriftsteller nur dazu, die Jury zu legitimieren? Niedlich bleibt es freilich, Klagenfurt wie Roschal als „Medien-Event“ zu kritisieren und selbst doch daran teilzunehmen. Aber sie landet in dem Interview auch einige gute Pointen: Etwa wenn sie behauptet, „dass die Autoren eher der Anlass sind, die Jury zu legitimieren“: Das Schöne am Bachmannpreis sei doch, dass die Jury offen ihre Selbstbezogenheit demonstriere und gar nicht erst so tue, als ginge es um Autoren und Texte.
Was Experten sagen
Zumindest fallen einem einige Momente in den letzten Jahren ein, in denen es so war. Allerdings auch solche, die für das Gegenteil sprechen. Vielleicht ist also, Dankbarkeit hin, Aufmüpfigkeit her, einfach alles in Ordnung beim Bachmannpreis-Wettbewerb?
Das wäre doch spitze, bedenkt man, wie gefährdet sein Fortbestehen jüngst wieder schien, bis dann deutliche Zeichen von den Veranstaltern kamen, dass es auch im nächsten Jahr weitergehen soll. Die Bedeutung des Wettbewerbs, weit über den Kärntner Tourismus hinaus, wurde auch in manchen Reden bei der Eröffnung beschworen: gut so. Bachmann würdigen: weg vom Biographismus, hin zum WerkHelga Schubert zitierte in ihrer Rede aus Einträgen in ihre Stasiakte vom April 1980.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





