
75. Lindauer Tagung: Mehr als 70 Nobelpreisträger im Kampf für die Freiheit
75. Lindauer Tagung : Mehr als 70 Nobelpreisträger im Kampf für die Freiheit Von Joachim Müller-Jung 29.06.2026, 14:54Lesezeit: 3 Min. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete die 75. Lindauer...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Lindauer Tagung : Mehr als 70 Nobelpreisträger im Kampf für die Freiheit Von Joachim Müller-Jung 29. 2026, 14:54Lesezeit: 3 Min. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete die 75.
Lindauer Nobelpreisträgertagung. Foto Frank RöthMit einer Rekordzahl an Teilnehmern und Politprominenz setzt die Lindauer Nobelpreisträgertagung im Jubiläumsjahr ein Statement gegen Populismus und Autokratien. Zum ersten Mal dabei: ein öffentlicher „Friedensdialog“ Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App 125 Jahre nach der Vergabe des ersten Nobelpreises steht fest: Mehr Verantwortungsbewusstsein gab es selten in der Wissenschaft.
Die Einzelheiten
Mehr Verantwortung für die Welt und auch mehr Druck – von außen wie von innen. „Viele machen sich Sorgen, es gibt immer weniger Zusammenarbeit in der Welt. Und in solchen Zeiten der Krise ist das Wichtigste: die Einigkeit.
“ Es waren Worte wie diese, man könnte auch sagen: aufrichtige Beschwörungen, mit denen die Nobelpreisträgertagung auf der Bodensee-Insel Lindau in diesem Jahr eröffnet wurde. Ausgesprochen wurden sie von dem ehemaligen Ministerpräsidenten Koreas und früheren Präsidenten der UN-Generalvollversammlung Seung-soo Han. Er war einer von drei Friedensnobelpreisträgern, die ein Zeichen setzen sollten.
Tatsächlich war der „Friedensdialog“ von Lindau am Samstag vor der offiziellen Eröffnung der Jubiläumstagung („75 Jahre Wissenschaft, die Grenzen überschreitet“) zunächst einmal das, was man erwarten durfte: eine „Geste der Güte“, wie es Friedensnobelpreisträger José Manuel Barroso nannte, der Ex-Premierminister Portugals und Ex-EU-Kommissionspräsident. Gräfin Bettina Bernadotte mit jungen Wissenschaftlerinnen in der Inselhalle. Foto Frank RöthDas entscheidende Zeichen aber setzte ein Dritter: Der belarussische Menschenrechtsaktivist und Friedenspreisträger Ales Bjaljazki war erst vor wenigen Monaten nach viereinhalb Jahren Haft in einem Straflager freigelassen worden.
Was Experten sagen
Nun führte er auf der Bühne des Lindauer Stadttheaters den Zuhörern jenen unfassbaren Zynismus autokratischer Politik vor Augen, in der die Wahrheit nichts zählt und auch die Freiheit von Wissenschaftlern oder Studenten mit Füßen getreten wird. Ehrfürchtig nannte Barroso ihn „meinen Helden“. Damit war im Grunde auch der Ton für die Eröffnung der Nobelpreisträgertagung am darauffolgenden Sonntag gesetzt: Widerstand war angesagt, oder, wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner bemerkenswert aufrüttelnden Jubiläumsrede formulierte, ein unbedingter Wille, der grassierenden politischen Bevormundung, Desinformation und Ignoranz entgegenzutreten: „Wir müssen entschlossen sein, für die Freiheit der Wissenschaft weiterzukämpfen.
“ Keine Demokratie ohne freie Wissenschaft. Steinmeier nannte die USA als mahnendes Beispiel.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





