
Alcotts „Little Women“: Kleine Frauen ganz groß
Alcotts „Little Women“ : Kleine Frauen ganz groß Von Andreas Platthaus 30.06.2026, 20:40Lesezeit: 3 Min. Emma Watson (Meg), Florence Pugh (Amy), Saoirse Ronan (Jo) und Eliza Scanlen (Beth) als die Titelfiguren in der...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Alcotts „Little Women“ : Kleine Frauen ganz groß Von Andreas Platthaus 30. 2026, 20:40Lesezeit: 3 Min. Emma Watson (Meg), Florence Pugh (Amy), Saoirse Ronan (Jo) und Eliza Scanlen (Beth) als die Titelfiguren in der Verfilmung von „Little Women“ aus dem Jahr 2019AllstarDieser literarische Erfolg hält seit mehr als 150 Jahren an: Mit dem Roman „Little Women“ trifft Louisa May Alcott seit 1868 den Nerv ihrer Nation – der 19.
-Serie „Amerika, wie es im Buche steht“. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Kleinstadt Concord in Massachusetts, nicht weit von Boston gelegen, ist das US-Äquivalent zu Weimar. Hier wirkten über Jahrzehnte hinweg einige der wichtigsten amerikanischen Schriftsteller: Samuel Hawthorne, Henry David Thoreau, Margaret Fuller und allen voran Ralph Waldo Emerson, der Bewunderer Goethes, der in Concord dieselbe prägende Rolle innehatte wie sein deutsches Ideal.
Die Einzelheiten
Doch es ist nicht Emersons bis heute unverändert erhaltenes Haus, das die meisten kulturell interessierten Besucher anzieht, sondern das viel kleinere Orchard House, in dem Luisa May Alcott lebte und schrieb. Und das ihr als Kulisse für „Little Women“ diente, jenen Roman, mit dem sie 1868 ihren literarischen Ruhm begründete. Ein bis heute vergleichbar populäres Buch aus dem neunzehnten Jahrhundert hat die deutsche Literatur nicht zu bieten.
Die Erstausgabe von „Little Women: or Meg, Jo, Beth and Amy“ aus dem Jahr 1868ArchivDie Ursache dafür liegt einmal im Thema: Im Mittelpunkt der Handlung stehen die vier Töchter der Familie March, deren Lebensumstände unübersehbar dem Muster von Alcotts eigenen Lebensumständen folgen. So stand sie denn auch selbst Patin für die zweitgeborene Tochter im Roman, Josephine, die ihren Namen zu Jo verkürzt, weil sie lieber als Junge geboren worden wäre (und sich auch so verhält). Meg dagegen, mit sechzehn Jahren die Älteste, ist eine fügsame junge Dame, die dreizehnjährige Beth eine schöngeistige Träumerin und das Nesthäkchen Amy mit ihren zwölf Jahren eine egozentrische Möchtegernmalerin.
Durch äußere Umstände machen sie indes Wandlungen durch, die sie zusammenschweißen. Vor dem Hintergrund des BürgerkriegsDas Geschehen umfasst den Zeitraum von Weihnachten 1860 bis zum Jahreswechsel 1861/62. Dazwischen liegt der Ausbruch des Bürgerkriegs, und der Vater der March-Mädchen hat sich als Feldkaplan gemeldet, um die Nordstaaten zu unterstützen.
Dementsprechend liest Jo den Antisklaverei-Hit der damaligen Zeit, „Onkel Toms Hütte“, während sich Meg lieber an romantische Ritterromane von Walter Scott hält. Zum March-Mikrokosmos gehören neben der Idealgestalt der Mutter, die auch einmal ein Wildfang wie Jo gewesen ist, die schwarze Haushälterin Hannah und eine griesgrämige Erbtante.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





