
Außenminister in Finnland: Wadephul will nicht den deutschen Oberlehrer spielen
Außenminister in Finnland : Wadephul will nicht den deutschen Oberlehrer spielen Von Eckart Lohse, Helsinki 16.07.2026, 18:03Lesezeit: 4 Min. Wadephul und Finnlands Außenministerin Valtonen in Helsinki am...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Außenminister in Finnland : Wadephul will nicht den deutschen Oberlehrer spielen Von Eckart Lohse, Helsinki 16. 2026, 18:03Lesezeit: 4 Min. Wadephul und Finnlands Außenministerin Valtonen in Helsinki am DonnerstagdpaWadephul sieht bei seinem Besuch, wie gründlich sich die Finnen auf den Ernstfall vorbereiten – und zeigt Verständnis für den Austritt aus der Ottawa-Konvention.
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Friedlicher kann man sich einen Ort kaum vorstellen. Grüne Wiesen mit Wildblumen, skandinavisch angenehme Sommertemperatur, leichter Wind. Wenn nur der Zaun nicht wäre, um die vier Meter hoch, und die Schilder.
Die Einzelheiten
Finnland steht auf dem einen, Russland auf dem anderen. Hier stoßen russisches und finnisches Staatsgebiet aneinander. Die NATO und ihr derzeit größter Feind.
Ruhig und von den Besuchern (und den Grenzschützern) abgesehen menschenleer ist dieser Grenzübergang nur, weil er Ende 2023 komplett geschlossen wurde. Die Besucher sind am Donnerstag der deutsche Außenminister Johann Wadephul und Finnlands Außenamtschefin Elina Valtonen. Er blicke „auf einen der Orte, an dem sich die Sicherheit unseres Kontinents entscheidet“, sagt Wadephul und weist darauf hin, dass hier die längste Außengrenze der NATO zu Russland und zugleich eine Außengrenze der Europäischen Union verlaufe.
Tatsächlich ist durch den Beitritt Finnlands zur NATO im Jahr 2023 ein kleines, aber militärisch gut gerüstetes Land zum atlantischen Bündnis hinzugekommen. Allerdings ist auch die Grenze zwischen der NATO und Russland um 1340 Kilometer länger geworden und hat sich damit etwa verdoppelt. „Was hier geschieht, betrifft deshalb nicht nur Finnland, es betrifft uns“, sagt Wadephul.
Was Experten sagen
An baldige Entspannung glaubt er nicht. Solange die derzeitige Regierung in Moskau an der Macht ist und Krieg gegen die Ukraine führt, handelt es sich nach Meinung Wadephuls bei Gedanken, bald wieder zu einem Austausch mit Russland zu kommen, um „Träume“. Das ist eine Botschaft auch an jene zu Hause in Deutschland, die solche Träume träumen.
Erst seit 1917 unabhängig von RusslandDer Grenzübergang, an dem Wadephul am Donnerstag steht, ist bis zum Angriff Russlands auf die Ukraine und der Grenzschließung der am meisten frequentierte Übergang an der finnisch-russischen Grenze mit bis zu drei Millionen Übertritten im Jahr gewesen. Weil Russland große Zahlen von Menschen an die Grenze zu seinem westlichen Nachbarn brachte, die dort um Asyl nachsuchten, also Finnland durch die Förderung irregulärer Migration unter Druck setzte, wurde die Grenze geschlossen. Die finnische Außenministerin Valtonen spricht von einem russischen „hybriden Angriff“.
Die Finnen, die erst 1917 unabhängig von Russland geworden sind, wissen genau, mit welchem Nachbarn sie es zu tun haben. Insofern kann Wadephul eine Menge lernen bei seinem zweitägigen Besuch.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





