
Belagerung Sarajevos: Das Märchen von der Menschenjagd
Belagerung Sarajevos : Das Märchen von der Menschenjagd Von Michael Martens, Sarajevo 09.07.2026, 20:57Lesezeit: 8 Min. Sarajevo im April 1993: Bewohner der Stadt ducken sich, um nicht ins Visier der Scharfschützen zu...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Belagerung Sarajevos : Das Märchen von der Menschenjagd Von Michael Martens, Sarajevo 09. 2026, 20:57Lesezeit: 8 Min. Sarajevo im April 1993: Bewohner der Stadt ducken sich, um nicht ins Visier der Scharfschützen zu geraten.
Picture AllianceReiche Ausländer sollen während des Bosnienkrieges dafür bezahlt haben, Menschen in der belagerten bosnischen Hauptstadt zu erschießen. Doch in Sarajevo selbst gibt es Zweifel an der Geschichte. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Als der amerikanische Film „The Most Dangerous Game“ 1932 in die Kinos kam, soll das Publikum schockiert gewesen sein.
Die Einzelheiten
Der frühe Horrorfilm – in Deutschland war er unter dem Titel „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ zu sehen – erzählt von einem russischen Aristokraten, der vor seiner abgelegenen Privatinsel falsche Positionslichter gesetzt hat, um Schiffbrüche zu provozieren und dann zum Zeitvertreib Jagd auf Überlebende zu machen, die sich ans Ufer retten konnten. Der Titel des Films spielt mit der Doppelbedeutung des Wortes „game“, das im Englischen außer „Spiel“ auch „Wild“ oder „Jagdwild“ bedeuten kann. Der Film, dessen weibliche Heldin Fay Wray ein Jahr später durch den Welterfolg „King Kong“ berühmt wurde, steht am Beginn eines ganzen Subgenres von Werken mit dem Leitmotiv der Jagd von Menschen auf Menschen.
Reiche Männer, die aus Langeweile oder Spaß am Nervenkitzel Menschen jagen – Dutzende Filme variieren dieses Thema, alle paar Jahre kommt ein neuer. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Glaubt man Medienberichten, die in den vergangenen Monaten erschienen sind, ist die Menschenjagd aber nicht nur ein Thema für Hollywood.
Es hat sie tatsächlich gegeben: während der Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo zwischen 1992 und 1995. Das wird in einem Film aus dem Jahr 2022 und zwei jüngst erschienenen Büchern behauptet. „Sarajevo Safari“ heißt das in dokumentarischer Aufmachung daherkommende Werk eines slowenischen Regisseurs, in dem ein Anonymus behauptet, während des Krieges für einen amerikanischen Geheimdienst gearbeitet und die ausländischen Menschenjäger gesehen zu haben.
Was Experten sagen
Die Zeugen: Tick, Trick und TrackIn den beiden Büchern behaupten ein italienischer und ein kroatischer Autor Ähnliches: Reiche Männer aus dem Westen, darunter viele Italiener, hätten viel Geld gezahlt, um auf Wochenendtrips von serbischen Stellungen aus Menschen in Sarajevo erschießen zu dürfen. Nur belegen alle drei Werke inhaltlich überhaupt nichts. Die angeblichen Zeugen sind alle entweder tot, widersprüchlich, unglaubwürdig oder nichtssagend.
Immer wieder ist von „Mr. X“, dem „Ungenannten“ und diversen Namenlosen zu lesen. Man hätte sie auch Tick, Trick und Track nennen können.
Wer sich dagegen in Sarajevo selbst umhört und mit Menschen spricht, die die Blockade überlebt haben, kann schnell auf immer mehr Widersprüche in der Geschichte stoßen. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





