
Bookfluencer Edoardo Prati: Feuilleton für die Gen Z
Bookfluencer Edoardo Prati : Feuilleton für die Gen Z Von Anna Vollmer 19.07.2026, 07:54Lesezeit: 4 Min. Social-Media-Star Edoardo Prati (r.) in der TV-Show „Che Tempo Che Fa“ mit Fabio Fazio (l.)MauritiusDer...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Bookfluencer Edoardo Prati : Feuilleton für die Gen Z Von Anna Vollmer 19. 2026, 07:54Lesezeit: 4 Min. Social-Media-Star Edoardo Prati (r.
) in der TV-Show „Che Tempo Che Fa“ mit Fabio Fazio (l. )MauritiusDer italienische Influencer Edoardo Prati ist längst Teil des medialen Establishments. Trotzdem beklagt er sich über die schlechten Bedingungen für Intellektuelle seiner Generation.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es ist nicht sonderlich schwer, sich über den italienischen Bookfluencer Edoardo Prati lustig zu machen. Prati ist zweiundzwanzig Jahre alt, trägt Klamotten, die sein eigener Opa vermutlich schon altmodisch gefunden hätte, und beendet seine Videos mit der lateinischen Grußfloskel „Curate ut valeatis“ („Passt auf euch auf“). Auf seinen Kanälen spricht er über Literatur.
Nicht, wie viele andere, über Romance, Young Adult oder zeitgenössische Romane (der Booker-Prize-Gewinner David Szalay war eine Ausnahme), sondern über Klassiker. Keine Neuentdeckungen aus der zweiten Reihe, sondern die, die in Italien zweifellos zum Kanon gehören: Dante, Platon, Leopardi. Weil das eher bürgerlich als hip und Prati als Figur so kurios ist, wurde in den letzten Jahren oft über ihn geschrieben: über seine blumige Ausdrucksweise, seinen Ton und Harry-Potter-Look.
Der Social-Media-Star Prati (auf Instagram hat er fast 650. 000 Follower) sei kein echter Intellektueller, er spiele nur Intellektuellen-Cosplay, warf man ihm vor. Vor zwei Wochen erschien dann in der italienischen Tageszeitung „Il Foglio“ ein Text mit dem Titel „Engelgesichter auf Tiktok: Die Armee der Baby-Kommentatoren“, der sich über das Phänomen Prati und eine Reihe anderer Social-Media-Persönlichkeiten auf recht harmlose Weise lustig machte.
Was Experten sagen
Ein Text, der nicht gemeiner war als das, was schon vorher über Prati geschrieben worden war, und daher nicht besonders erwähnenswert wäre, hätte nicht Prati selbst darauf reagiert. Und mit dieser Reaktion, wenn auch nicht unbedingt intendiert, ein Paradox unserer heutigen Öffentlichkeit aufgezeigt. Externer Inhalt von Instagram Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig.
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Externe Inhalte aktivieren Prati schrieb, der Kommentar erinnere ihn an eine alte wohlhabende Tante, die sich über Migranten aus Nordafrika beschwere, Nordafrikaner aber zuletzt auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt in den Sechzigerjahren gesehen habe. Die fünfzigjährigen Journalisten des „Foglio“ befürchteten wohl, von ihm und einer neuen Generation ersetzt zu werden, eine Sorge, die genauso unbegründet sei wie die der Tante: „Habt keine Angst, wir sind keine Bedrohung für euch, denn wir werden nie Schriftsteller und Intellektuelle werden, das wird uns nicht zugestanden.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




