
Brief aus Istanbul: Glanz für die Gäste, Gefängnis für die Bürger
Brief aus Istanbul : Glanz für die Gäste, Gefängnis für die Bürger Von Bülent Mumay 03.07.2026, 17:43Lesezeit: 5 Min. Nur nicht zeigen, was dahinter ist: Sichtschutz auf den Zufahrtstraßen vor dem kommenden Nato-Gipfel...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Brief aus Istanbul : Glanz für die Gäste, Gefängnis für die Bürger Von Bülent Mumay 03. 2026, 17:43Lesezeit: 5 Min. Nur nicht zeigen, was dahinter ist: Sichtschutz auf den Zufahrtstraßen vor dem kommenden Nato-Gipfel in AnkaraAdem Altan / AFPNicht Potemkinsche, sondern Erdoǧansche Dörfer: In Vorbereitung auf den NATO-Gipfel scheut der türkische Präsident keine Kosten.
Für das türkische Volk hingegen bleibt lediglich eine Art unerklärter Ausnahmezustand. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Waren Sie schon in der Türkei, wissen Sie es, sonst haben Sie vielleicht davon gehört: Wir sind gastfreundliche Leute. Kommt jemand unverhofft, setzen wir ihn auf den Ehrenplatz, teilen unser Mahl und bemühen uns, ihn auf das Schönste zu bewirten.
Die Einzelheiten
Ist der Besuch im Voraus bekannt, setzen wir alles in Bewegung: putzen und räumen auf, füllen den Kühlschrank nach Kräften, decken den Tisch und erwarten den Gast. Diese Eigenschaft hat natürlich auf den Staat abgefärbt. Mit einem wichtigen Unterschied: Unser Staat bietet seinen Gästen jedwede Möglichkeit, die er den eigenen Bürgern allerdings vorenthält, uns macht er das eigene Land zum Gefängnis.
Zur türkischen Fassung der Kolumne:Yazının Türkçe orijinalini okumak için tıklayınMit diesem Verständnis wurde auch der NATO-Gipfel, der ab dem 7. Juli in unserer Hauptstadt Ankara stattfindet, vorbereitet. Für den Gipfel, der auf dem Anwesen von Erdoǧans 1150-Zimmer-Palast stattfinden soll, wurden Gelder ausgegeben, die man der unter der Wirtschaftskrise leidenden Bevölkerung vorenthält.
Uns fällt lediglich eine Art unerklärter Ausnahmezustand zu. Bülent MumayEmir ÖzmenBevor ich berichte, wie es bei uns aufgrund des bevorstehenden NATO-Gipfels zugeht, will ich Sie ins Jahr 1968 mitnehmen. Zu einer Geschichte, in der wiederum die NATO vorkommt.
Was Experten sagen
Juli 1968 ging mit der 6. Flotte der US-Navy die für das Mittelmeer zuständige NATO-Streitkraft im Bosporus vor Anker. Die Besatzung des Flottenverbands mit einem Flugzeugträger und fünf Zerstörern besuchte Istanbul zur Erholung.
Dankgebete im Hafen IstanbulsDie türkische Regierung bemühte sich im Voraus, alles für einen angenehmen Aufenthalt der Amerikaner vorzubereiten. In der Umgebung des Hafens wurden Reparatur- und Renovierungsarbeiten durchgeführt, das betraf auch die Istanbuler Freudenhäuser. In den Bordellen wurden Zimmer frisch gestrichen und Frauen aus anderen Städten herbeigeschafft.
Man ging so weit, Tänzerinnen in die Hotels zu schicken, in denen die Navy-Angehörigen logierten. Natürlich gab es auch Proteste gegen den Flottenbesuch. Linke Gruppierungen machten Jagd auf die amerikanischen Militärangehörigen, so dass sich einige gezwungen sahen, ins Wasser zu springen, um zu ihren Schiffen zurückzukommen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





