
Büchner-Preis für Wunnicke: Die Frau mit dem Blick auf die Ränder
Büchner-Preis für Wunnicke : Die Frau mit dem Blick auf die Ränder Ein Kommentar von Andreas Platthaus 09.07.2026, 10:50Lesezeit: 3 Min. Gewinnerin des Büchner-Preises 2026: Christine WunnickePicture AllianceChristine...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Büchner-Preis für Wunnicke : Die Frau mit dem Blick auf die Ränder Ein Kommentar von Andreas Platthaus 09. 2026, 10:50Lesezeit: 3 Min. Gewinnerin des Büchner-Preises 2026: Christine WunnickePicture AllianceChristine Wunnicke ist der diesjährige Büchner-Preis zugesprochen worden.
Damit wird eine Schriftstellerin gewürdigt, die sich früh für die Diversität ihrer Protagonisten interessierte. Und eine, die Stilgefühl besitzt wie wenige sonst. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bis Christine Wunnicke in den Fokus der Literaturkritik und dann auch des Publikums gerückt ist, brauchte es Zeit.
Die Einzelheiten
Zeit seit 1998, als „Fortescues Fabrik“ erschien, ein schmaler Roman über einen englischen Dichter des frühen neunzehnten Jahrhunderts, der seine Poesie in derart dichter Folge produziert, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Tut es auch nicht, und zudem sind die Autoren, deren Einfällen sich der homosexuelle Fortescue bedient, oft seine Gespielen. Im Gewand eines historischen Romans erzählte Wunnicke in mehrfacher Hinsicht die Geschichte eines Außenseiters, der sich vom Rand ins Zentrum des Literaturbetriebs hineinarbeitet und von dort wieder ausgespuckt wird.
Also das Gegenteil ihrer eigenen Schriftstellerinnenkarriere. „Fortescues Fabrik“ blieb zunächst wenig beachtet, aber Wunnicke liebte den Stoff so sehr, dass sie ihn umarbeitete zur Erzählung „Missouri“ (dorthin verschlägt es ihren Helden), die 2006 erschien und dann noch einmal 2020, als Wunnicke schon eine erfolgreiche Autorin geworden war. Und beide Male publizierte sie den Text in Verlagen, die sich homosexueller Literatur widmen: Männerschwarm und Albino.
In dieser Szene war Wunnicke schon lange ein Star. Spätestens jetzt ist sie es auch auf der großen Bücherbühne. Mehr als der Büchner-Preis, den die Akademie für Sprache und Dichtung vergibt, geht im deutschen literarischen Leben nicht.
Was Experten sagen
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Exotik als VerführungsmittelWunnicke, geboren 1966 in München, wo sie auch lebt, erhält die Auszeichnung für ihren „unbekümmerten Eigensinn“, wie die Jury mitteilt, „die unbeirrbare Arbeit eines Vierteljahrhunderts“ (etwas geizig gerechnet), „die mit jedem Buch in eine neue faszinierende Auseinandersetzung zwischen Fakt und Fiktion verwickelt“. Man könnte auch ihre Vorreiterrolle bei Themen der sexuellen und gesellschaftlichen Diversität preisen.
Ihr immenses Stil- und Formbewusstsein. Oder die Treue, die Wunnicke ihren kleinen Verlagen hält. Der populärste Teil ihres Werks ist seit 2013 bei Berenberg erschienen, und ausgerechnet nach der kürzlich verkündeten Schließung dieses Unternehmens durch den Eigentümer Heinrich von Berenberg bekommt jetzt eine seiner Autorinnen den Büchner-Preis.
Damit werden Bücher wie „Der Fuchs und Dr.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





