
Dialyse: »Es geht gerade im höheren Alter nicht immer nur um die Lebenszeit«
Foto: zorazhuang / E+ / Getty Images Gesundheitssystem Warum Deutschland dringend ein Dialyse-Register braucht Bis zu 100.000 Menschen in Deutschland benötigen eine Dialyse. Wie lange und gut sie damit leben, weiß...
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Foto: zorazhuang / E+ / Getty Images Gesundheitssystem Warum Deutschland dringend ein Dialyse-Register braucht Bis zu 100. 000 Menschen in Deutschland benötigen eine Dialyse. Wie lange und gut sie damit leben, weiß niemand genau.
Eine Nierenärztin erklärt, wie sich das ändern könnte. Ein Interview von Nina Weber 25. 28 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X.
Die Einzelheiten
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SPIEGEL: Frau Schäffner, in Deutschland soll gerade am Gesundheitssystem gespart werden. Sie sprechen sich als Nierenspezialistin dafür aus, dass Deutschland ein Dialyse-Register benötigt. Können wir uns das leisten?
Zur Person Elke Schäffner Foto: Wiebke Peitz / Charité Universitätsmedizin Berlin Elke Schäffner, Jahrgang 1970, ist Ärztin für Nierenheilkunde und Epidemiologin. Sie lehrt als Professorin für Nephrologie und Versorgungsforschung an der Berliner Charité und ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Schäffner: Ich denke, wir müssen es uns leisten.
Was Experten sagen
Schäffner: Werden Entscheidungen nicht auf einer guten Datenbasis getroffen, besteht die Gefahr, am falschen Ende zu sparen und damit Schaden anzurichten – in Form von Leid bei den Patientinnen und Patienten und von höheren Kosten. All unsere Nachbarländer haben Dialyse-Register. Ich halte es für möglich, dass sie auch deshalb in der Lage sind, mit geringeren Kosten eine bessere Versorgung zu leisten.
Mithilfe eines Registers könnten wir unter anderem ermitteln, wie lange ein Dialysepatient in Deutschland durchschnittlich lebt, welchen Einfluss Alter und Geschlecht und Begleiterkrankungen haben. Wir könnten zum Beispiel etwas über ihre Lebensqualität erfahren, wenn entsprechende Daten erhoben werden. SPIEGEL: Wie würde das konkret ablaufen?
Schäffner: In einem Register würden die Daten jedes Dialysepatienten so lange gesammelt, wie dieser eine Dialysebehandlung erfährt, etwa durch jährliche Eingaben. Und pseudonymisiert natürlich. Das wären, wie schon genannt: Alter, Geschlecht, die Nierengrunderkrankung, andere Begleiterkrankungen, ebenso die Form der Therapie und auch Laborwerte.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




