
Einbürgerung: Fast alle neuen Staatsbürger entscheiden sich für Doppelpass
Integration Fast alle deutschen Neubürger wählen den Doppelpass Seit einer Reform im Jahr 2024 können Eingebürgerte ihre bisherige Staatsangehörigkeit grundsätzlich behalten. Neue Daten zeigen, dass die meisten Menschen...
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Integration Fast alle deutschen Neubürger wählen den Doppelpass Seit einer Reform im Jahr 2024 können Eingebürgerte ihre bisherige Staatsangehörigkeit grundsätzlich behalten. Neue Daten zeigen, dass die meisten Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. 13 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (6 Minuten) 6 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern In bestimmten Fällen war die doppelte Staatsbürgerschaft schon früher möglich. Seit einer Reform der Ampelregierung ist sie generell erlaubt.
Die Einzelheiten
Foto: Daniel Bockwoldt / dpa Von der neuen Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft hat der überwiegende Teil der Menschen Gebrauch gemacht, die im vergangenen Jahr Deutsche wurden. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Mediendienstes Integration. Demnach lag die Quote der Mehrstaatigkeit in den Städten, die hierzu Daten gesammelt haben, zwischen 85 Prozent und 98 Prozent.
Die wenigen Neubürger, die keinen Doppelpass wählten, taten dies den Angaben zufolge in den meisten Fällen, weil sie entweder vor der Einbürgerung staatenlos waren oder weil ihr Herkunftsland die Mehrstaatigkeit grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen gestattet. Das gilt etwa für Indien, Äthiopien und Eritrea. Reform hat Doppelpass für alle neu Eingebürgerten ermöglichtDie Koalition von SPD, Grünen und FDP hatte eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts beschlossen, die Ende Juni 2024 in Kraft trat.
Seither darf, wer Deutscher wird, generell die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Vorher war das nur für EU-Bürger möglich, sowie in bestimmten Ausnahmefällen und wenn der Herkunftsstaat die Entlassung aus der alten Staatsangehörigkeit verweigerte. Seit der Reform reichen für die Einbürgerung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland.
Was Experten sagen
Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich nach der Reform bereits nach drei Jahren einbürgern lassen – diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt. Bild vergrößern Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf einer Einbürgerungsfeier in Köln Foto: Oliver Berg / dpa Dass die Mehrstaatigkeit früher in Deutschland nicht generell erlaubt war, hielt vor allem Menschen, die sich dem Herkunftsland beziehungsweise der alten Heimat ihrer Eltern emotional und kulturell verbunden fühlen, davon ab, sich einbürgern zu lassen. Doch auch praktische Gründe spielen eine Rolle, etwa erleichterte Reisen, Erbrechts- und Eigentumsfragen oder die Möglichkeit, in beiden Staaten zu arbeiten.
Ginge es nach der AfD, würde die doppelte Staatsbürgerschaft nur in begründeten Einzelfällen zugelassen. Die Union steht ihr im Gegensatz zum Koalitionspartner SPD auch eher skeptisch gegenüber.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





