
Entführung aus dem Serail: Im Finale schlägt die Moral zu
Entführung aus dem Serail : Im Finale schlägt die Moral zu Von Gerald Felber 29.06.2026, 15:05Lesezeit: 4 Min. „Die Entführung aus dem Serail“ an der Staatsoper unter den Linden: Adela Zaharia als Konstanze, Serafina...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Entführung aus dem Serail : Im Finale schlägt die Moral zu Von Gerald Felber 29. 2026, 15:05Lesezeit: 4 Min. „Die Entführung aus dem Serail“ an der Staatsoper unter den Linden: Adela Zaharia als Konstanze, Serafina Starke als Blonde und Bülent Ceylan als Bassa SelimStephan RaboldEs geht auch anders, doch so geht es auch: Die freundliche Annäherung zwischen Mozart und Comedy an der Berliner Lindenoper mit Bülent Ceylan gerät zum sehens- und vor allem hörenswerten Experiment.
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Die Texte der Sprechszenen entstehen in einer Neubearbeitung. “ Solche Annotationen lassen beim geprüften Opernfreund die Ampel auf Gelb schalten, und wenn die Ankündigung folgt, eine Person außerhalb der Bühnenhandlung werde das Geschehen „kommentierend begleiten“, darf man getrost rotsehen: Jene Zeiten, wo die Integrität eines Stückes noch einen – lange fast unberührbaren – Ausgangswert für seine Interpretationen darstellte, sind, wie im Sprechtheater schon lange, nun offenbar auch auf der Opernbühne dahin. Nebenbei sorgt solches Hineinreden in musikalische Zusammenhänge oft für eine nachhaltige Verlängerung der Aufführungsdauer.
Die Einzelheiten
An diesem Abend in der Berliner Staatsoper kam Mozarts eigentlich recht handliches Singspiel von der „Entführung aus dem Serail“ schon bis zur Pause auf Dimensionen wie sonst fast das ganze Stück; danach immerhin ging es flott zum Ende – und auch die Klimaanlage des Hauses, bei nahezu 40 Grad Außentemperatur extrem gefordert, hielt stand. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Standgehalten haben schließlich auch Wolfgang Amadé und seine 1782 uraufgeführte Oper.
Das lag zuerst an der Spielfreude und ersichtlichen Gutgestimmtheit eines Ensembles, dem mit Thomas Guggeis am Pult der Staatskapelle ein inspirierender Koordinator vorstand. So schlackenlos schlankstimmig kann man auch dieses Spitzenorchester nicht alle Tage erleben; Guggeis vermittelte Straffheit und Energie, ohne zu treiben, setzte kluge Pausenakzente und Ritardandi, betätigte sich manchmal bei regiebedingten Abrissen des Klangstroms als Brückenbauer am Hammerklavier und nahm, quick und wendig, allezeit schnell wieder Fahrt auf. Auch der in diesem Stück nicht besonders heftig geforderte Chor (Einstudierung Gerhard Polifka) folgte mit einigen wohlklingenden Solo-Ausgliederungen dem Trend zur frühklassischen Durchsichtigkeit.
Aus Hass wird LiebeFreilich kann auch die respektabelste musikalische Kommunikation an einer allzu brachialen Stücküberschreibung scheitern, wie es vor Wochenfrist am anderen großen Berliner Haus in der Bismarckstraße zu erleben gewesen war. Regisseurin Andrea Moses und ihr Team stellten die Sache in der Lindenoper vor allem deswegen geschickter an, weil sie ihre moderne Aufklärung über die Schattenseiten der klassischen Aufklärung nicht im didaktischen Gestus Brecht’scher Sentenzen, sondern ironisch durchlichtet ans Publikum brachten.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





