
Europäische Zentralbank erhöht Leitzins erstmals seit knapp drei Jahren
EZB erhöht Leitzins erstmals seit knapp drei Jahren Wegen des Irankriegs wachsen die Sorgen vor der Inflation. Die Europäische Zentralbank reagiert. 11.06.2026, 14.17 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (1...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. EZB erhöht Leitzins erstmals seit knapp drei Jahren Wegen des Irankriegs wachsen die Sorgen vor der Inflation. Die Europäische Zentralbank reagiert. 17 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (1 Minute) 1 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern EZB-Präsidentin Christine Lagarde Foto: Dursun Aydemir / Anadolu / Die Europäische Zentralbank hebt erstmals seit September 2023 die Leitzinsen im Euroraum an. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins steigt von 2,0 Prozent auf 2,25 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilt .
Die Einzelheiten
Damit stemmt sich die EZB gegen den Inflationsschub infolge des Irankriegs. »Der Krieg im Nahen Osten führt zu Inflationsdruck, und die Entscheidung für eine Zinserhöhung ist in einer Reihe von Szenarien, die die mögliche Entwicklung des Schocks und dessen Auswirkungen auf die mittelfristigen Aussichten für den Euroraum aufzeigen, unumstößlich«, teilt die EZB mit. Zuletzt hatte die Notenbank den Zins, den Geschäftsbanken für bei der EZB geparkte Gelder bekommen, siebenmal in Folge bei 2,0 Prozent belassen.
Die letzte Zinserhöhung im Euroraum gab es im September 2023. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen. Das kann die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen.
Sparer profitieren, wenn Banken steigende Leitzinsen weiterreichen. Zugleich sind Zinserhöhungen eine Belastung für die ohnehin schwache Konjunktur. Die EZB steckt in der Zwickmühle: Hebt sie die Zinsen zu stark an, läuft sie Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.
Was Experten sagen
Wichtigstes Ziel der Euro-Währungshüter ist es, die Inflation im Rahmen zu halten. Der Ölpreisschock infolge des Irankriegs hat die Teuerung kräftig nach oben getrieben. Im Mai lagen die Verbraucherpreise im Euroraum ersten amtlichen Zahlen zufolge um 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Die Zielmarke der EZB, mittelfristig Preisstabilität bei zwei Prozent Inflation im Euroraum anzustreben, ist damit deutlich überschritten. Auch in Deutschland heizten gestiegene Spritpreise die Teuerung an, der Tankrabatt sorgte hierzulande im Mai für etwas Abschwächung auf 2,6 Prozent Inflation. Ökonomen fürchten, dass sich mit dem Krieg im Nahen Osten nicht nur Tanken und Heizen verteuern, sondern die Preise insgesamt anziehen, da Firmen gestiegene Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben.
Noch im Januar – vor Kriegsbeginn – lag die Teuerung im Euroraum bei 1,7 Prozent. Einige Volkswirte erwarten, dass es nicht bei einer Zinserhöhung in diesem Jahr bleiben wird. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte wiederholt die Handlungsfähigkeit der Zentralbank betont.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





