
F.A.Z. exklusiv: Brüssel will öffentliche Aufträge für Europäer reservieren
F.A.Z. exklusiv : Brüssel will öffentliche Aufträge für Europäer reservieren Von Hendrik Kafsack 01.07.2026, 12:45Lesezeit: 3 Min. Gilt auch für den Bau: Die EU will europäische Anbieter in der Vergabe öffentlicher...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. exklusiv : Brüssel will öffentliche Aufträge für Europäer reservieren Von Hendrik Kafsack 01. 2026, 12:45Lesezeit: 3 Min. Gilt auch für den Bau: Die EU will europäische Anbieter in der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugen.
dpaDie EU-Kommission will europäische Anbieter vor der Konkurrenz aus China und den USA schützen. Die öffentliche Hand soll sie bei Aufträgen bevorzugen – über die Kriterien sozial, grün, innovativ und resilient. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die gezielte Bevorzugung europäischer Anbieter („Buy European“) ist inzwischen fester Bestandteil des EU-Instrumentenkastens, um zu alter Wettbewerbsfähigkeit zurückzufinden.
Die Einzelheiten
Nun will die EU-Kommission nach Informationen der F. auch die Vergabe öffentlicher Aufträge darauf ausrichten. Bis zu 30 Prozent der Vergabe sollen künftig nicht an den Preis, sondern an vier Kriterien geknüpft werden: sozial, grün, innovativ, resilient.
Der Vorschlag zur Reform des EU-Vergaberechts soll nach der Sommerpause offiziell vorgelegt werden. Die Bevorzugung europäischer Unternehmen fällt unter die Kategorie Resilienz. Die öffentliche Hand soll wählen können, ob sie die Teilnahme nichteuropäischer Anbieter beschränkt, einen Mindestfertigungsanteil aus der EU („Made in EU“) vorgibt oder europäische Waren besser bewertet.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Wie die öffentliche Hand die vier Kriterien auf die 30 Prozent verteilt, ist ihr überlassen. Sie kann komplett auf „Made-in-EU“-Vorgaben setzen oder sie mit anderen Anforderungen kombinieren.
Was Experten sagen
Sie kann auch allein grüne oder soziale Anforderungen vorgeben oder die Vergabe zu 100 Prozent vom Preis abhängig machen. Bisher erhält meist der billigste Anbieter den ZuschlagNiemand werde zu „Made in EU“ gezwungen, heißt es in der Kommission. Dafür sollen die neuen Vorgaben aber für alle Sektoren gelten.
Ausgenommen sind nur Ausschreibungen, für die – wie im Industrie-Beschleuniger-Gesetz (IAA) – ohnehin schon Vorgaben zu „Made in EU“ festgeschrieben sind. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ist es schon heute möglich, andere Kriterien als den Preis heranzuziehen. Die meisten Ausschreibungen werden allerdings, auch aus Sorge vor Rechtsunsicherheit, weiterhin nach dem niedrigsten Preis vergeben.
Letztlich gehe es nur darum, Rechtssicherheit zu schaffen, argumentieren die Befürworter des von dem französischen Industriekommissar Stéphane Séjourné erarbeiteten Vorschlags. Auf das Resilienzkriterium hatte Frankreich gedrungen. Die Bundesregierung will das hingegen auf bestimmte Sektoren beschränken.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




