
Irankrieg: Die Mär vom Märtyrer
Irankrieg : Die Mär vom Märtyrer Ein Kommentar von Friederike Böge, Istanbul 10.07.2026, 18:42Lesezeit: 2 Min. Iraner tragen die Särge des Obersten Führers Ali Khamenei und seiner Familienangehörigen während der...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Irankrieg : Die Mär vom Märtyrer Ein Kommentar von Friederike Böge, Istanbul 10. 2026, 18:42Lesezeit: 2 Min. Iraner tragen die Särge des Obersten Führers Ali Khamenei und seiner Familienangehörigen während der Trauergebete in der Stadt Ghom.
dpaIrans Generäle fühlen sich als Sieger des Krieges. Doch auch die Anhänger des Regimes werden irgendwann fragen, warum sie ärmer sind als davor. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Vereinigten Staaten und Israel haben den iranischen Führer Ali Khamenei am ersten Kriegstag im Februar in der Hoffnung getötet, dass mit ihm das ganze System der Islamischen Republik zusammenbrechen könnte.
Die Einzelheiten
Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt. Stattdessen konnte die neue Führung Khameneis gewaltsamen Tod nutzen, um ihre eingestaubte islamistische Märtyrerideologie mit neuem Leben zu füllen. Sechs Tage lang hat die Führung die Trauerfeiern als Bühne genutzt, um ihr gestärktes Selbstbewusstsein zur Schau zu stellen.
Zwar sollte man sich von den wirkmächtigen Bildern der orchestrierten Massenaufläufe nicht täuschen lassen. Eine klare Mehrheit der Iraner lehnt das repressive Regime nach wie vor ab. Sie haben nicht vergessen, dass im Januar Tausende Demonstranten kaltblütig erschossen wurden.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Ein Sturz des Regimes scheint unwahrscheinlichAber die Beerdigungszeremonien zeigen eben auch, dass die iranische Führung in der Lage ist, eine signifikante Minderheit der Bevölkerung zu mobilisieren. Sei es durch Indoktrination und religiöse Symbolik, sei es mit dem Versprechen, ihre Anhänger an den kleiner werdenden Fleischtöpfen zu beteiligen.
Was Experten sagen
Ein Sturz des Regimes scheint heute noch unwahrscheinlicher als im Januar. Die herrschende Revolutionsgarde fühlt sich gestärkt, weil sie zwei übermächtigen Gegnern die Stirn geboten hat. Und weil sie gezeigt hat, dass sie in der Straße von Hormus die Weltwirtschaft nach Belieben unter Druck setzen kann.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Ob es den Generälen gelingt, diese strategischen Erfolge in eine für sie vorteilhafte Nachkriegsordnung zu übertragen, ist aber fraglich. Das Land liegt wirtschaftlich am Boden.
Hunderttausende Iraner haben ihre Arbeit verloren. Die Mittelschicht versinkt in Armut. Die Vereinigten Staaten haben Teheran wirtschaftliche Anreize in Aussicht gestellt, wenn sie die Straße von Hormus ohne Einschränkung öffnen und sich auf ein Atomabkommen einlassen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





