
Kanzlertausch?: Der unbeherrschte Herr Merz
Kanzlertausch? : Der unbeherrschte Herr Merz Ein Kommentar von Christian Geyer 29.05.2026, 17:36Lesezeit: 2 Min. Wie viel Fassade geht gerade noch? Friedrich Merz vor Beginn der Kabinettssitzung im KanzleramtdpaWie der...
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: : Der unbeherrschte Herr Merz Ein Kommentar von Christian Geyer 29. 2026, 17:36Lesezeit: 2 Min. Wie viel Fassade geht gerade noch?
Friedrich Merz vor Beginn der Kabinettssitzung im KanzleramtdpaWie der Kanzler die Kunst beherrscht, gegen ihn gerichtete Spekulationen groß zu machen: Statt lässig sein Amt zu handhaben, als habe er es nicht, rastet er aus, wenn es ihm bestritten wird. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Kanzler brüllt nicht, schreit nicht, fährt nicht aus der Haut. Stattdessen trägt Friedrich Merz Meinungsverschiedenheiten aus, scheut inhaltlich harte Auseinandersetzungen nicht.
Die Einzelheiten
So weit das verschleiernde Ergebnis der Brüll-Affäre neulich, wie es die Hauptstadtjournalisten nach kontroverser Kabinettsklausur in der Villa Borsig mitteilen konnten. Vizekanzler Lars Klingbeil, der als der Angebrüllte, der Angeschriene galt, dementierte nur indirekt. Er lasse sich als SPD-Vorsitzender sehr gerne anbrüllen in Fällen, wo es um seine Grundhaltung geht, sagte er.
Merz ließ es daraufhin nicht gut sein, sondern brachte noch einmal in Erinnerung, worum es nicht gehen sollte: „Ich brülle niemanden an! “, setzte er am Rande eines Treffens in Klingbeils Wahlkreis nach. Nun wussten es alle: Der Kanzler brüllt.
Wer dazu neigt, die Nerven zu verlieren, beendet damit jede Diskussion über seine Eignung im Amte. Die Urkraft eines Sprachbilds: Er ist dem Amte „nicht gewachsen“, nervlich nicht und darum gar nicht, denn nichts geht ohne Nerven, so viel Naturalismus muss sein. Es war deshalb nicht weniger als ein Todesstoß, als Helene Bubrowski, Ko-Chefredakteurin von Table.
Briefings, bei Markus Lanz sagte: „Friedrich Merz hat die Nerven verloren. “ Lanz sinnierte denn auch beziehungsreich nach: „Die Nerven verloren“, dabei ohne Worte den Umstand auskostend, dass unter diesem Psychobefund noch etwas liegt: das politische K-o.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





