
Klimaziel: Industrie und Gewerkschaften drängen auf spätere Einsparungen
Reform des Emissionshandels Industrie und Gewerkschaft wollen Klimaziel nach hinten verschieben Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und CDU fordern weniger Einsparungen von CO₂-Emissionen als bisher geplant. Das...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Reform des Emissionshandels Industrie und Gewerkschaft wollen Klimaziel nach hinten verschieben Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und CDU fordern weniger Einsparungen von CO₂-Emissionen als bisher geplant. Das soll die deutsche Industrie entlasten 11. 51 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Strommasten und Windräder rund um das Kohlekraftwerk Niederaußem des Stromkonzerns RWE Foto: Christoph Hardt / picture alliance Führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und der CDU haben einem Zeitungsbericht zufolge eine Verschiebung des Ziels zur Klimaneutralität gefordert. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter in der »Welt am Sonntag«.
Die Einzelheiten
Der bisherige deutsche Sonderweg, fünf Jahre vor der Europäischen Union klimaneutral werden zu wollen, mache den Industriestandort nur teurer, ohne dem Klima zu nützen, sagte RWE-Chef Markus Krebber laut einem Vorabbericht. Die in Deutschland eingesparten CO₂-Emissionen würden dann lediglich in anderen EU-Ländern freigesetzt. »Um investieren zu können, muss die Industrie wissen, wohin die Reise gehen soll.
Sie braucht eine langfristige Perspektive von mindestens zehn Jahren«, so Krebber weiter. Krebber und der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, sehen in der Verschiebung demnach eine Möglichkeit, die heimische Industrie nach Jahren der Stagnation zu entlasten. Bisheriges Zieldatum: 2045Die Forderungen zielen vor allem auf den europäischen Emissionshandel ab.
In einem noch unveröffentlichten Positionspapier fordert die IGBCE, die jährliche Verknappung der CO₂-Zertifikate zeitlich zu strecken. Nach den aktuellen Regeln würden der deutschen Industrie bereits ab 2039 keine kostenlosen Berechtigungen mehr zugeteilt. Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Michael Hüther sowie Gitta Connemann, Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT und parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sprachen sich für eine längere Zuteilung aus.
Was Experten sagen
Wer den Unternehmen 2039 die Brücke wegnehme, bevor das andere Ufer erreichbar sei, dürfe sich nicht wundern, wenn niemand mehr investiere, sagte Connemann. Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag noch am Zieldatum 2045 festgehalten. Emissionshandel als KlimaschutzinstrumentHintergrund ist der europäische Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument der EU auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Dabei müssen Unternehmen für ihre CO₂-Emission Emissionszertifikate vorweisen. Diese können gehandelt werden.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





