
Kolonialismus: Uni Freiburg gibt Menschenknochen an Kamerun zurück
Rassistische Forschung Uni Freiburg gibt Menschenknochen an Kamerun zurück In der früheren deutschen Kolonie Kamerun sind einst sechs Menschen getötet und ihre Gebeine nach Deutschland gebracht worden – für rassistische...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Rassistische Forschung Uni Freiburg gibt Menschenknochen an Kamerun zurück In der früheren deutschen Kolonie Kamerun sind einst sechs Menschen getötet und ihre Gebeine nach Deutschland gebracht worden – für rassistische Forschung. Nun übernimmt die Freiburger Universitäts-Rektorin Verantwortung. 00 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Vertreter der Indigenengemeinschaft der Maka vor den Särgen mit den sterblichen Überresten in der Universitätskirche in Freiburg Foto: Volker Hasenauer / KNA Das Deutsche Reich ging in seinen Kolonien einst brutal gegen unzählige Einheimische vor. Viele solcher Fälle beschäftigen Deutsche und die Nachfahren der Opfer bis heute, so wie etwa in Freiburg.
Die Einzelheiten
In der damaligen deutschen Kolonie Kamerun wurden vor mehr als 100 Jahren sechs Menschen getötet, ihre Gebeine wurden für rassistische Forschung nach Deutschland gebracht. Nun hat die Universität Freiburg die sterblichen Überreste der Personen an deren indigene Gemeinschaft in Kamerun zurückgegeben. Rektorin Kerstin Krieglstein verneigte sich in einer Zeremonie vor den in der Universitätskirche aufgebahrten Holzsärgen.
Zur Ehre der Verstorbenen wurde an den blumengeschmückten Särgen jeweils eine Kerze entzündet. »Die damalige Wissenschaft hat Menschen ihrer Würde beraubt und sie zu Forschungsobjekten gemacht. Für dieses schwere Unrecht übernehme ich als Rektorin die Verantwortung«, sagte Krieglstein.
Vertreter der Indigenengemeinschaft der Maka und des Staates Kamerun sprachen von einem wichtigen Schritt der Versöhnung. Die sterblichen Überreste sollen bald zu einer Bestattung in ihre Heimat zurückkehren. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) sagte: »Die Ahnen heutiger Familien und Communities gehören zurück in ihre Heimat.
Was Experten sagen
« Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, weil Kamerun die Universität zuletzt überraschend darüber informiert hatte, dass in Kamerun noch letzte offene Fragen geklärt werden müssten. In der Kultur der Maka gelten die sechs nach Deutschland verschleppten Personen als Ahnen und wichtige historische Vorbilder im Widerstand gegen die Besatzer. Bild vergrößern Männer tragen die Särge mit den sterblichen Überresten der getöteten Personen Foto: Volker Hasenauer / KNA Identität der Toten gibt weiter Rätsel aufDie Freiburger Historikerin und Uni-Prorektorin Sylvia Paletschek sagte bei der Zeremonie, dass trotz intensiver Forschung die Namen und die Geschichte der sechs nach Freiburg verschleppten Kameruner nicht geklärt werden konnten.
»Auch die genauen Umstände ihres Todes sind unklar. Der Zusammenhang mit den deutschen Kolonialverbrechen ist aber eindeutig. «Das Deutsche Reich beanspruchte Kamerun ab 1884 als kolonialen Besitz – mit einer Fläche, die etwa so groß wie das Deutsche Reich war.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





