
Kuriose WM-Storys (15): Der mutige Kommunist
Kuriose WM-Storys (15) : Der mutige Kommunist Von Christian Eichler 27.06.2026, 14:05Lesezeit: 2 Min. Unaufhaltsame Angriffslust: Schon beim 1:0 im Finale gegen Italien zelebrieren Pelé (links) und Co die Schönheit...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Kuriose WM-Storys (15) : Der mutige Kommunist Von Christian Eichler 27. 2026, 14:05Lesezeit: 2 Min. Unaufhaltsame Angriffslust: Schon beim 1:0 im Finale gegen Italien zelebrieren Pelé (links) und Co die Schönheit ihres Spiels.
Picture AllianceJoão Saldanha formt das Spiel des besten Weltmeisters. Weil er aber dem Militärregime Brasiliens die Wahrheit sagt, erlebt er den Triumph seines Teams 1970 als Reporter. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App König Fußball mag keine Autokraten.
Die Einzelheiten
Von 22 Weltmeistertiteln gingen nur vier an Länder mit Diktatoren, der letzte vor fast fünfzig Jahren. Und während die Triumphe von Italien 1934 unter Mussolinis Faschisten (1938 wiederholt) und von Argentinien 1978 unter Videlas mörderischer Militärdiktatur wegen suspekter Entscheidungen bis heute im Verdacht stehen, dass von außen kräftig mitgeholfen wurde, steht nur einer der vier autokratischen WM-Siege außerhalb jeder derartigen Diskussion. Denn die Elf, der das gelang, gilt als bestes Team der WM-Geschichte – die brasilianische Seleção, die 1970 die Fußballwelt verzückte.
Doch hat womöglich auch bei diesem Triumph, den Pelé & Co. mit unaufhaltsamer Angriffslust beim 4:1-Finalsieg gegen Italien vollenden, ein Militärregime einige Strippen in der Hand gehalten? Es kam in Brasilien 1964 durch einen Staatstreich mit Hilfe der CIA an die Macht – und wird sie erst nach 21 Jahren mit unzähligen Verbrechen an der eigenen Bevölkerung wieder abgeben.
LiveblogSpielplanTabellenSonderseiteDFB-Team Keine Angst vor dem GeneralTrainer des Teams in Mexiko 1970 ist Mario Zagalo, der als Spieler zweimal Weltmeister war. Geformt hat es ein anderer, der kein Fußballstar war, sondern ein Star unter den Sportreportern. In Brasilien nennen sie ihn João Sem Medo, João ohne Angst.
Was Experten sagen
Weil João Saldanha Kommunist ist. Und offen seine Meinung sagt, auch den Generälen. Als Vorgänger Zagalos weigerte er sich, Stürmer Dario zu nominieren, den Favoriten des Staatspräsidenten, des Generals Médici – und soll diesem erwidert haben, auch er habe einige Empfehlungen, wen der Präsident in sein Kabinett aufnehmen solle.
Ob es ihn da überraschen konnte, drei Monate vor der WM entlassen zu werden? Der Spielzug des KönigsSaldanha fährt trotzdem nach Mexiko. Und kommentiert für TV Globo die Spiele der Seleção, die mit ihm alle sechs Qualifikationsspiele gewann (23:2 Tore) und nun ohne ihn alle sechs WM-Spiele gewinnt (19:7 Tore).
Dem Erfolg nachhelfen müssen die Generäle 1970 gewiss nicht. Zu sehr bevorteilen Mexikos Hitze und Höhenluft brasilianische Spielkunst gegenüber den eher kraftorientierten Europäern. Externer Inhalt von Youtube Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





