
Lehren aus der Hitze?: Die Natur ist außer Rand und Band
Lehren aus der Hitze? : Die Natur ist außer Rand und Band Von Edo Reents 29.06.2026, 17:08Lesezeit: 3 Min. Heiß, heißer – wie lange und wie weit noch?dpaWenn die Sonne sticht wie in den vergangenen Tagensticht, liegen...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Lehren aus der Hitze? : Die Natur ist außer Rand und Band Von Edo Reents 29. 2026, 17:08Lesezeit: 3 Min.
Heiß, heißer – wie lange und wie weit noch? dpaWenn die Sonne sticht wie in den vergangenen Tagensticht, liegen die Nerven blank. Was Albert Camus und Thomas Mann über die dunkle Seite des Sommers wussten – und was uns jetzt bevorsteht.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es wird nicht mehr lange dauern, vielleicht passiert es sogar schon in diesen, nun plötzlich so nass gewordenen Tagen, dass sich der öffentliche Diskurs wieder einem anderen Naturelement zuwendet und dann von der zerstörerischen Kraft des Wassers spricht, der sich niemand entgegenstellen könne; dann ist wieder die Frage, wie das sein könne, dass sich Bäche so plötzlich in reißende Flüsse verwandeln. Die Ahrtal-Katastrophe jährt sich demnächst zum fünften Mal, und auch da, beim Hochwasser, wird der Bevölkerung eingeschärft, dass die Einschläge näher kommen und deshalb vorzusorgen ist. Wasser, Sonne, dann noch die tropischen Stürme, die alles plattmachen – die Menschheit ist umzingelt von Natur.
Das war sie auch vorher schon; aber mittlerweile ist sie es von der Natur in Reinform, von immer nur einem einzigen Element, das außerhalb des durch die Menschheit ruinierten Gleichgewichts der einzelnen Kräfte agiert, wie außer Rand und Band. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Wir sind alle MersaultNoch steckt einem aber diese Hitze in den Knochen, und man fürchtet schon die nächste.
Die Lektion, welche die Sonne in den vergangenen zehn bis 14 Tagen allen, von Wolken so gut wie uneingetrübt, erteilt hat, sitzt und hält hoffentlich vor. Wer noch denken konnte oder es jetzt wieder einigermaßen kann, hat vielleicht Camus’ „Fremden“ zur Hand genommen. Dieser Roman von 1942 ist nun wirklich Sommerlektüre, weil er aus dem ungehinderten Wirken der Sonne die für einen Menschen letzte Konsequenz zieht: die Tötung eines anderen.
Was Experten sagen
Mit der Beschreibung der Naturschäden, welche die Hitze anrichtet, hält er sich nicht weiter auf und konzentriert sich vielmehr auf die Sinnen- und Gemütseintrübung, die der Protagonist Mersault, zusätzlich zu seiner ohnehin schon manifesten Gleichgültigkeit, erfährt. Den Araber erschießt er, weil oder während dessen Messerklinge die Sonne spiegelt und ihn blendet. Damit dreht Camus den Spieß gewissermaßen um.
In seinem im selben Jahr erschienenen „Mythos des Sisyphos“ heißt es nämlich: „Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt auf die Grundfrage der Philosophie antworten. “ Mersault macht die Sonne dermaßen zu schaffen, dass „Selbstmord“ zum Scheinproblem wird, ja, dass er an so etwas gar nicht denken kann.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





