
London: Chelsea Flower Show erlaubt Gartenzwerge – ist Deutschland jetzt wieder wer?
Gartenschau in London Die Chelsea Flower Show probt den Gartenzwergenaufstand Seit 99 Jahren sind Gartenzwerge bei der renommierten Chelsea Flower Show verboten. Bei der vergangenen Ausgabe wurden sie zum erst zweiten...
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Gartenschau in London Die Chelsea Flower Show probt den Gartenzwergenaufstand Seit 99 Jahren sind Gartenzwerge bei der renommierten Chelsea Flower Show verboten. Bei der vergangenen Ausgabe wurden sie zum erst zweiten Mal erlaubt. In London spricht man schon von einem »Fiebertraum«.
02 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Bemalte Gartenzwerge mit den Namen von Sir David Beckham und König Charles bei der Chelsea Flower Show: Gnomen es omen Foto: Yui Mok / PA Wire / dpa Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+.
Die Einzelheiten
Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Chinesische Orchideen blühen, König Charles bewundert mit David Beckham eine weiße Strauchrose, die nach dem Fußballstar benannt wird, außerdem wirft der König einen Blick auf Goldrute, Maulbeere und Rhabarber. Er bekommt eine exklusive Führung über die Chelsea Flower Show , eine Mischung aus Profi-Gartenmesse und englischem Volksfest, ein buntes Erlebnis.
Dann beginnt das, was die einen »Fiebertraum« nennt. »Dem König wurde eine Reihe von Zwergen – darunter einer, der ihm selbst ähnelte – in einem Häuschen gezeigt, das seinem eigenen Anwesen Highgrove in Gloucestershire nachempfunden war«, berichtet der britische Sender. Plötzlich sind sie da: die Gartenzwerge, eine der deutschesten Marotten.
Ist das jetzt das Ende der britischen Gartenkultur? Und, viel wichtiger: Ist Deutschland jetzt wieder wer? Seit 1913 gibt es die Chelsea Flower Show, 14 Jahre später wurde offiziell ein Verbot von Gartenzwergen erlassen, die Regeln der Veranstaltung besagten: »In den Zelten dürfen weder Skulpturen noch sonstige Gegenstände ausgestellt werden, weder allein noch als Teil einer Ausstellung.
Was Experten sagen
« Das Verbot sei später auf alle Gärten der Flower Show ausgeweitet worden, heißt es von der Königlichen Gartenbaugesellschaft RHS, Gartenzwerge seien ausdrücklich erwähnt worden. Der ungeheuerliche Verdacht: Hielt sie etwa jemand für geschmacklos? Bild vergrößern König Charles schnuppert an einer weißen Strauchrose: Besuch bei der Gartenschau Foto: Yui Mok / 99 Jahre GartenzwergverbotJedenfalls wurde das Gartenzwergverbot in den inzwischen 99 Jahren seines Bestehens lediglich zweimal gelockert: 2013 für eine Spendenaktion zum hundertjährigen Bestehen der RHS Chelsea.
Und eben für die diesjährige Gartenschau, die am Wochenende endete: Promis wie Hollywoodstar Cate Blanchett, Kult-Köchin Mary Berry und Queen-Gitarrist Brian May hatten Gartenzwerge gestaltet, die für den guten Zweck versteigert wurden: Die erzielten Einnahmen kämen einer Kampagne für Schulgärten zugute, »um die nächste Generation von Gärtnern zu inspirieren«, heißt es.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





