
Machtwechsel in London: Burnhams deutsche Vorbilder
Machtwechsel in London : Burnhams deutsche Vorbilder Ein Kommentar von Johannes Leithäuser 17.07.2026, 19:21Lesezeit: 3 Min. Andy Burnham am 22. Juni mit Kollegen der Labour-Fraktion in der Westminster Hall im...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Machtwechsel in London : Burnhams deutsche Vorbilder Ein Kommentar von Johannes Leithäuser 17. 2026, 19:21Lesezeit: 3 Min. Juni mit Kollegen der Labour-Fraktion in der Westminster Hall im Parlamentsgebäude in LondondpaDer nächste britische Premierminister kommt aus der Provinz – und will den Föderalismus in Großbritannien stärken.
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Jubel und der stehende Applaus, die Keir Starmer zu seinem Abschied im Unterhaus umfingen, müssen ihm bitter in den Ohren geklungen haben. Da klatschten jene Hinterbänkler, die vor wenigen Wochen noch den Dolch gegen ihn geschwungen hatten. Sie luden Kemi Badenoch, die konservative Oppositionsführerin, zu der ironischen Bemerkung ein, ihre Partei wisse ja aus eigener Erfahrung, dass das Auswechseln des Anführers keine Wunderwaffe sei.
Die Einzelheiten
Im Gegenteil, prophezeite Badenoch, die Schwierigkeiten fingen jetzt erst an. Tatsächlich ist Andrew Burnham, der Kommunalpolitiker aus dem englischen Norden, der in Westminster so gern als Außenseiter gelten will, nicht die Antwort auf sämtliche Defizite, die Labour in den zwei Jahren seit Starmers wuchtigem Wahlsieg offenbart hat. Starmer zog in die Downing Street 10 in der Hoffnung ein, nach dem von Überheblichkeit und Unernst gespeisten Chaos, das zuvor die Konservativen aufgeführt hatten, genüge es schon, sachlich und solide zu agieren, um das Vertrauen der Nation zu gewinnen.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Ein neues SelbstwertgefühlAber ihm gelang weder das eine noch das andere; zudem fehlten ihm Ausstrahlung und politisches Gespür. An diesem Kriterium gemessen, bietet Burnham einen Qualitätssprung.
Wenn Starmer der – stets ein wenig knöchern und technokratisch wirkende – Anwalt der Nation sein wollte, dann sieht sich Burnham eher in der Rolle des intuitiven Seelsorgers. Erst einmal müssen die Schwingungen stimmen, die Sache kommt später. Mit dieser Methode ist der Bürgermeister von Greater Manchester in den vergangenen zehn Jahren gut gefahren.
Was Experten sagen
Er hat kommunalpolitische Erfolge für seinen Metropolenraum vorzuweisen, vor allem aber hat er seiner Region inmitten des industriell zertrümmerten Nordenglands ein neues Selbstwertgefühl vermittelt. Seit Menschengedenken ist Burnham die erste politische Führungsfigur in Großbritannien, die ihren Aufstieg nicht (ausschließlich) auf den Karriereleitern in der Hauptstadt vollführte, sondern sich in der Provinz profiliert hat. Nordenglische KumpelhaftigkeitDieses Alleinstellungsmerkmal prägt seine politische „Erzählung“.
Burnham kultiviert die nordenglische herzliche Kumpelhaftigkeit und erzeugt ein Paradoxon: Einerseits will er jeden mitnehmen auf seine Regierungsreise. Alle, zumindest alle Labour-Flügel und -Strömungen, sollen sich wiederfinden in seinem Kabinett, es soll gemeinschaftlich zugehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




