
Mercosur-abkommen: Gibt es bald keine Fleischimporte mehr aus Brasilien?
Mercosur-abkommen : Gibt es bald keine Fleischimporte mehr aus Brasilien? Von Tjerk Brühwiller, São Paulo , Hendrik Kafsack, Brüssel , Anne Kokenbrink 19.05.2026, 21:41Lesezeit: 4 Min. Fehlende Kontrollen: Brasilien tut...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Mercosur-abkommen : Gibt es bald keine Fleischimporte mehr aus Brasilien? Von Tjerk Brühwiller, São Paulo , Hendrik Kafsack, Brüssel , Anne Kokenbrink 19. 2026, 21:41Lesezeit: 4 Min.
Fehlende Kontrollen: Brasilien tut laut Brüssel zu wenig gegen Antibiotika-ResistenzenAPKurz nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens will die EU den Import von Fleisch aus Brasilien verbieten. Die Bauern hierzulande freut es. Brasilien spricht von einer „Bombe“.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit Anfang Mai ist das Mercosur-Handelsabkommen vorläufig in Kraft, mehr als ein Vierteljahrhundert nach Verhandlungsbeginn. Anfang September soll mit der Einfuhr von Fleisch aus Brasilien aber erst einmal Schluss sein. Weil das Land die EU-Regeln zur Verhinderung von Antibiotika-Resistenzen nicht einhält, verhängt die EU ein Einfuhrverbot.
Treffen wird dies lebende Rinder, Pferde und Geflügel ebenso wie daraus hergestellte Produkte, Meerestiere aus Aquakulturen, Eier und Honig. Grund für das Einfuhrverbot ist, dass Brasilien nicht nachweisen kann, dass es die EU-Regeln zum Antibiotika-Einsatz über die gesamte Lebensdauer der Tiere hinweg einhält. Europäische Erzeuger müssten das seit 2022 tun, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission.
Für Importe gälten dieselben Grundsätze. Brasilien findet sich deshalb nicht auf der jüngsten Liste der Länder, die in die EU exportieren dürfen. Die EU-Staaten haben diese Liste am 12.
Was Experten sagen
Das Einfuhrverbot greift vom 3. Die anderen drei Mercosur-Staaten, Argentinien, Uruguay und Paraguay, stehen indes auf der Liste. Ihnen droht kein Importverbot.
Sie führen aber auch nicht annähernd so viele Agrarprodukte nach Europa aus wie Brasilien. Politisch heikle EntscheidungDie Einfuhr von Rindfleisch und anderen Agrarprodukten aus Brasilien war ein Grund für die Hauptkritikpunkte der Landwirte am Mercosur-Abkommen. Sie hatten jahrelang gegen das Abkommen protestiert, weil Brasilien nicht dieselben Standards wie die EU habe.
Die Kommission hatte zugesagt, das künftig genauer zu kontrollieren. Dass sie so kurz nach dem vorläufigen Inkrafttreten des Handelsabkommens Ernst macht, ist aber politisch heikel. Die Regierung in Brasília zumindest reagierte überrascht und besorgt auf die Entscheidung der EU-Kommission.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




