
Nie gut genug? Perfektionismus belastet Studierende zunehmend
Erfolgsdruck Nie gut genug? Perfektionismus belastet Studierende zunehmend Leistung bringen, sich ständig vergleichen, bloß keine Fehler machen: Studierende spüren immer mehr Druck, wie eine Studie zeigt. Fachleute...
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Erfolgsdruck Nie gut genug? Perfektionismus belastet Studierende zunehmend Leistung bringen, sich ständig vergleichen, bloß keine Fehler machen: Studierende spüren immer mehr Druck, wie eine Studie zeigt. Fachleute warnen vor massiven Folgen – nicht nur für die Studierenden.
22 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Studierende nehmen ihr Umfeld zunehmend als übermäßig anspruchsvoll wahr, zeigt eine Studie Foto: namaki / iStockphoto / Getty Images Studierende leiden offenbar verstärkt unter perfektionistischen Ansprüchen: Diese steigen seit rund 35 Jahren, besonders stark aber seit den frühen Nullerjahren.
Die Einzelheiten
Das hat ein Forscherteam aus Großbritannien und Kanada herausgefunden. Demnach nehme besonders der wahrgenommene soziale Druck für junge Menschen zu. Er verstärke Sorgen und Zweifel bezüglich möglicher eigener Fehler und Handlungen.
Für ihre Untersuchung, die im Fachblatt »Psychological Bulletin« veröffentlicht wurde, wertete das Forschungsteam 307 Langzeit-Untersuchungen unter insgesamt mehr als 82. 000 Studierenden aus den USA, Kanada und Großbritannien aus. Die Fachleute definieren Perfektionismus als »übertrieben hohen Standard, begleitet von harscher Selbstkritik«.
Der Untersuchung zufolge empfinden Studierende ihr Umfeld zunehmend als übermäßig anspruchsvoll – und verlangen dann mehr von sich selbst. Diese Entwicklung gehe oft mit »zunehmender Unentschlossenheit, Unsicherheit und Angst vor Fehlern« einher. Schlechte Wirtschaft befeuert DruckDie Forscher fanden heraus, dass ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf mit einem stärkeren Streben nach Perfektion einherging.
Was Experten sagen
Eine wachsende Ungleichheit war mit einem stärkeren Anstieg von Ängsten verbunden. Eine schlechte wirtschaftliche Lage im Land kann sich demnach auf den Perfektionismus junger Menschen auswirken, so die Studienautoren. Junge Menschen würden sich dann eher gezwungen fühlen, sich noch mehr anzustrengen und sich gleichzeitig noch mehr Sorgen zu machen.
Soziale Medien und Corona als mögliche BeschleunigerDer Erfolgsdruck, den junge Menschen wahrnehmen, verstärke sich demnach – umso mehr, je schwerer dieser Erfolg zu erreichen ist und je schwerwiegendere Folgen sein Ausbleiben hat. Soziale Medien und die Effekte der Coronapandemie hätten diese Trends vermutlich beschleunigt, so das Forscherteam. Und: »Die zunehmende Angst, Fehler zu machen, stellt mittlerweile ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar.
«Das Fazit der Autoren: Die Gesundheitskrise junger Menschen lasse sich nicht allein mit individuellen Maßnahmen bewältigen. Es brauche gleichzeitig ein Bewusstsein für kulturelle und wirtschaftliche Bedingungen, die diesen Perfektionismus begünstigten. Mehr zum Thema Zukunft: Kümmert euch um die Jugend!
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





