
Obduktion von Buckelwal »Timmy« in Dänemark: SPIEGEL-Reporter berichtet von Insel Anholt
Obduktion des Buckelwals »Die Dänen sagen, das gehört zum Leben dazu« Spielende Kinder, Omas auf Sitzkissen, Männer mit Bier: Die Obduktion des gestrandeten Buckelwals ist für die Dänen nichts Besonderes. Sie wundert...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Obduktion des Buckelwals »Die Dänen sagen, das gehört zum Leben dazu« Spielende Kinder, Omas auf Sitzkissen, Männer mit Bier: Die Obduktion des gestrandeten Buckelwals ist für die Dänen nichts Besonderes. Sie wundert das große Interesse der Deutschen, sagt SPIEGEL-Reporter Jonathan Stock. 47 Uhr 2 Min Zur Merkliste hinzufügen X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bereich Lesen Sie hier das Videotranskript aufklappen Jonathan Stock, SPIEGEL: »Wir sind hier im Norden der Insel Anholt, hinter uns sieht man den toten Buckelwal, der hier in der Nähe angeschwemmt wurde und an Land gezogen wurde. In den Schutzanzügen hinter mir sind acht Wissenschaftler, Biologen, Tierärzte aus Universitäten und Museen ganz Dänemarks, die jetzt diesen Wal obduzieren.
Die Einzelheiten
Der Wal wurde vermessen, dann gab es einen ersten Schnitt, um den Wal zu entgasen, dabei sackte der merklich ein und es gab jetzt keine Explosionen wie teilweise befürchtet wurde. Die Wissenschaftler versuchen ihr die Todesursache des Wals herauszufinden. Sie arbeiten sich Organ für Organ vor, sie nehmen Proben, sie werden auch Knochen mit nach Hause nehmen.
Und wie eine Tierärztin auf der Fähre zu uns meinte: Das ist es, warum sie diese Arbeit macht. Es sei eben die Arbeit eines Detektivs und es ist ein Rätsel, das sie versuchen werden, hier heute zu lösen. Es ist eine öffentliche Obduktion.
Das heißt, es ist nicht nur die Presse hier, sondern es sind auch Urlauber hier. Es spielen hier Kinder, die sich das sehr interessiert angucken. Ich habe hier gerade zwei Omas getroffen, die auf Kissen hingesetzt haben und einen Tee getrunken haben.
Was Experten sagen
Einige Dänen haben sich ein Bier aufgemacht, sitzen in den Dünen, gucken sich das an. Es ist eher ruhige, konzentrierte Atmosphäre. Diese Öffentlichkeit, die ist von den Dänen gewünscht und wird auch häufig praktiziert, auch mit anderen Walen und anderen Tieren.
Man hat hier keine Scheu davor, sich auch mit Kindern ein totes Tier anzugucken. Die Dänen sagen, das gehört zum Leben dazu, das gehöre zum Tod dazu. Das soll man ruhig verstehen, wie das funktioniert.
Die Dänen, mit denen wir hier gesprochen haben, schauen mit Verwunderung auf das große Interesse der Deutschen, sagen, das hätten sie noch nicht erlebt. Sie haben gesagt, das fanden sie jetzt sehr merkwürdig, dass hier zwei Wochen ein Livestream gelaufen ist, dass sich so viele Deutsche für diesen Wal interessieren. Für die sind Strandungen, auch von Großwalen, doch ein ganz natürlicher Prozess der Natur.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





