
Politisiertes WM-Halbfinale: Maradona, „Piraten“ und die Inseln des Zorns
Politisiertes WM-Halbfinale : Maradona, „Piraten“ und die Inseln des Zorns Von Tobias Käufer, Dallas 15.07.2026, 13:12Lesezeit: 4 Min. Mit der „Hand Gottes“: Argentiniens Diego Maradona erzielt bei der WM 1986 das 1:0...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Politisiertes WM-Halbfinale : Maradona, „Piraten“ und die Inseln des Zorns Von Tobias Käufer, Dallas 15. 2026, 13:12Lesezeit: 4 Min. Mit der „Hand Gottes“: Argentiniens Diego Maradona erzielt bei der WM 1986 das 1:0 gegen England und trifft später noch einmal nach einem „Jahrhundertsolo“.
dpa / empicsKein Fußballspiel ist in Argentinien politisch so beladen wie das Duell mit England. Dort gelten die Briten noch immer als Besatzer. Wer sie auf dem Rasen besiegt, wird zum Volkshelden – wie einst Maradona.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wenn Lucas Artini in seinen Mercedes-Bus von 1961 einsteigt, dann berührt er als Erstes eine kleine Figur. Sie soll Glück bringen, sagt der Familienvater, der sein Leben nun jenem Mann gewidmet hat, der vor 40 Jahren innerhalb von nicht einmal fünf Minuten zu einem Volksheiligen wurde und dessen Miniaturfigur Artini immer berührt, bevor er den Motor seines Busses startet: Diego Maradona, der Fußballspieler, der im legendären Viertelfinale der WM 1986 im Aztekenstadion gegen England die beiden ikonischsten Tore seiner Karriere erzielte. Erst mit der „Hand Gottes“, dann mit einem Jahrhundertsolo.
Für viele Argentinier bedeutete der damalige 2:1-Sieg über die Briten im WM-Viertelfinale so etwas wie einen verspäteten Sieg im Falklandkrieg. Nun fährt Artini gemeinsam mit Frau Estafania und den Kindern über die Straßen Argentiniens, damit seine Landsleute Maradona nie vergessen. Auf dem zu einem Maradona-Museum umgebauten Bus mit Hunderten Details aus dessen Leben ist neben den vielen sportlichen Triumphen an besonders prominenter Stelle eine aufgemalte „Hand Gottes“ zu sehen.
Und natürlich die Landkarte der Falklandinseln in argentinischen Landesfarben. LiveblogSpielplanTabellenSonderseiteDFB-Team „Diego hat sich immer für unser Volk eingesetzt“, sagt Artini. Der Maradona-Bus und die Familie, die in ihm lebt, sind nur eines von vielen Beispielen, die belegen, welche emotionale Bedeutung für die Argentinier in einem Spiel gegen die Engländer liegt.
Was Experten sagen
Die „Piraten“, wie die Briten genannt werden, gelten als Kolonialherren, die nach argentinischer Lesart seit Jahrhunderten die Inselgruppe rund 700 Kilometer vor der argentinischen Küste besetzt halten. Die „Hand Gottes“ als ein Akt der Rebellion gegen England? „Für die Jungs von den Malvinas“, heißt es in zahlreichen martialischen Instagram-Videos, die inzwischen die sozialen Netzwerke fluten.
Gemeint sind die gefallenen argentinischen Soldaten. Für sie sollen Messi, Martinez und Alvarez abermals gewinnen. Zwar rief der argentinische Veteranenverband, ähnlich wie Argentiniens Trainer Lionel Scaloni, dazu auf, aus dem Spiel nicht mehr zu machen, als es ist.
Doch dieses Thema ist im Land allgegenwärtig. Es gibt Stadien, Flughäfen und Veranstaltungshallen, die den Namen „Malvinas“ tragen. Sogar auf den Bussen der Hauptstadt ist die Karte der Inseln zu sehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





