
Reformbausteine: Die Einkommensteuer muss einfacher werden
Reformbausteine : Die Einkommensteuer muss einfacher werden Gastbeitrag Von Martin Jacob, Dominika Langenmayr und Nadine Riedel 29.06.2026, 18:46Lesezeit: 8 Min. Das Hängeregister lebt, allen Digitalisierungsbemühungen...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Reformbausteine : Die Einkommensteuer muss einfacher werden Gastbeitrag Von Martin Jacob, Dominika Langenmayr und Nadine Riedel 29. 2026, 18:46Lesezeit: 8 Min. Das Hängeregister lebt, allen Digitalisierungsbemühungen zum Trotz: Papierakten im Finanzamt Fulda.
Maximilian von LachnerZehn Stunden brauchen Steuerpflichtige hierzulande im Schnitt für die Steuererklärung und zig Belege. Deren Kontrolle belastet die Finanzämter. Daher darf die geplante Reform nicht nur auf Steuersenkung zielen.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Einkommensteuer ist zurück auf der politischen Agenda. Diskutiert wird vor allem über den Grundfreibetrag, den Mittelstandsbauch und den Spitzensteuersatz – obwohl auch andere Ansätze auf dem Tisch liegen. Daher sollte die Reform größer gedacht werden.
Denn das gegenwärtige Einkommensteuersystem ist vor allem eines: sehr komplex. Das verursacht hohe Befolgungskosten und bindet Arbeitskräfte in der Finanzverwaltung. Und es bevorteilt die Steuerpflichtigen, die die Zeit oder das Geld aufbringen können, Vorteile im Einkommensteuersystem zu recherchieren oder über Steuerberatungsdienstleistungen „einzukaufen“.
Hoher Befolgungsaufwand und überfällige DigitalisierungRund zehn Stunden wenden Steuerpflichtige in Deutschland im Durchschnitt auf, um ihre persönliche Einkommensteuererklärung auszufüllen und Nachweispflichten nachzukommen. Die Befolgungskosten – der Zeitaufwand wie auch die Kosten für Steuerberatungsdienstleistungen – liegen bei zwei bis drei Prozent des Steueraufkommens und sind damit höher als in vielen anderen europäischen Ländern. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die vielfältigen, zum Teil in Wechselbeziehungen stehenden Abzugsmöglichkeiten im deutschen Einkommensteuerrecht.
Was Experten sagen
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können hier unter anderem Pendelkosten, Homeoffice, Arbeitsmittel, Fortbildungskosten, Beiträge zu Berufsverbänden und Kosten einer doppelten Haushaltsführung geltend machen. In anderen Ländern ist dies meist nicht möglich. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Das Geltendmachen dieser Abzüge kostet nicht nur die Steuerpflichtigen Zeit und Nerven. Auch die Finanzverwaltung muss die Angaben prüfen, Belege anfordern, Rückfragen stellen und Einsprüche bearbeiten. Bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer gibt es im Schnitt 65 Einsprüche je 1000 Steuerpflichtige.
Das ist mehr als in jedem anderen OECD-Land. Das bindet Kapazitäten in der Finanzverwaltung, die sinnvoller an anderer Stelle, beispielsweise zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung, eingesetzt werden sollten. Zugegeben: Steuerliche Abzüge haben auch Vorteile.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





