
Rheingau: Wie Winzer mit Wassermangel umgehen
Rheingau : Wie Winzer mit Wassermangel umgehen Von Oliver Bock 27.06.2026, 12:59Lesezeit: 4 Min. Auch wenn sie auf den ersten Blick saftig wirken mögen: Viele Weinberge im Rheingau leiden in Zeiten des Klimawandels...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Rheingau : Wie Winzer mit Wassermangel umgehen Von Oliver Bock 27. 2026, 12:59Lesezeit: 4 Min. Auch wenn sie auf den ersten Blick saftig wirken mögen: Viele Weinberge im Rheingau leiden in Zeiten des Klimawandels immer wieder unter Wassermangel.
Picture AllianceDie Bewässerung von Weinbergen wäre eine Antwort auf den Klimawandel. Doch die Kosten sind so hoch wie die bürokratischen Hürden. Als vielversprechender gilt, den Regen gar nicht erst in den Rhein fließen zu lassen.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App An diesem Wochenende werden die Tageshöchsttemperaturen im Rheingau voraussichtlich die Schwelle von 40 Grad erreichen. Nach Angaben des Eltviller Weinbauamtes liegen sie damit zehn Grad über dem langjährigen Mittel für den Juni. Den teils schon erbsengroßen Beeren an den Weinreben droht Sonnenbrand mit der Folge von Ernteverlusten im Herbst.
Nach den nassen Frühjahrsmonaten bis in den Mai hinein ist die Bodenfeuchte in einem Meter Tiefe aber noch gut. Das kann sich jedoch schnell ändern, wenn Trockenphasen wie die aktuelle länger andauern. Eine Bewässerung der Reben, wie sie beispielsweise in Israel, Südafrika und vielen anderen Weinregionen die Regel ist, ist im Rheingau bisher die Ausnahme.
Und nicht nur dort: In Europa insgesamt spielt die Bewässerung mit rund zehn Prozent bewässerter Rebfläche nur eine untergeordnete Rolle. In der sogenannten Neuen Welt werden dagegen mehr als 80 Prozent der Rebfläche bewässert. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
Was Experten sagen
bei Google bevorzugen Zu teuer, zu aufwendig, zu bürokratisch: So lassen sich die Erfahrungen der Rheingauer Winzer mit Bewässerung zusammenfassen. Zudem stellt sich die Frage: Woher das Wasser während einer Dürrephase nehmen, wenn in der Regel auch der Pegel des Rheins sehr niedrig ist? Bei einer Veranstaltung in Geisenheim sind vor wenigen Wochen die enormen Kosten einer flächendeckenden Bewässerung transparent geworden: Knapp zehn Millionen Euro würde es demnach kosten, um in der Gemarkung Geisenheim ein Bewässerungssystem zu installieren – ein Betrag, der sich nach Einschätzung der Winzer unmöglich über die aktuellen Flaschenpreise refinanzieren ließe.
Brauchwasseranlagen reichen nicht ausZumindest für die Bewässerung frisch gepflanzter Weinberge, deren Reben noch nicht tief wurzeln, zapft mancher Winzer aber Wasser an den kommunalen Brauchwasserstellen und versucht so, den Pflanzen eine Chance zu geben. Die Stadt Geisenheim stellt allerdings klar: Die drei Brauchwasseranlagen reichen für Tierhalter und Kleingärtner aus. Für eine großflächige Bewässerung der Weinberge genügen sie nicht.
Und die Option, das Wasser mit Tankfahrzeugen in die Weinberge zu bringen, sei weder logistisch noch wirtschaftlich vertretbar. Einfacher und effizienter wäre es, die 550 Millimeter Regen zu nutzen, die in einem durchschnittlichen Jahr über dem Rheingau niedergehen. Weinregionen brauchen nicht viel Wasser, aber sie brauchen es zum richtigen Zeitpunkt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





