
Russland-Sanktionen: EU-Pläne könnten Fischstäbchen in Deutschland verteuern
Europäische Russland-Sanktionen Deutschland droht offenbar eine Fischstäbchen-Krise Die Einfuhr von Öl, Gas, Zement oder Holz aus Russland ist bereits gestoppt. Doch nun plant die EU neue Sanktionen, die deutsche...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Europäische Russland-Sanktionen Deutschland droht offenbar eine Fischstäbchen-Krise Die Einfuhr von Öl, Gas, Zement oder Holz aus Russland ist bereits gestoppt. Doch nun plant die EU neue Sanktionen, die deutsche Verbraucher auch am Küchentisch spüren könnten – nicht nur das Schlemmerfilet wäre betroffen. 30 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (6 Minuten) 6 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Qualitätskontrolle in einer Fischstäbchen-Fabrik in Bremerhaven Foto: Ingo Wagner / dpa Auf die Produzenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten kommen frostige Zeiten zu. Grund ist das kommende Sanktionspaket der EU gegen Russland.
Die Einzelheiten
Die Pläne der EU-Kommission sehen offenbar vor, dass die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte reduziert werden muss. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa nach entsprechenden Recherchen. Angesichts des begrenzten Angebots könnte dies zu Produktionseinschränkungen und höheren Preisen führen.
Konkret ist den Plänen zufolge vorgesehen, die Importmenge sofort nach Inkrafttreten des neuen Sanktionspakets auf den Durchschnittswert der Jahre 2023 bis 2025 zu begrenzen. Nach einem Jahr sollen dann nur noch 75 Prozent der Menge und nach zwei Jahren nur noch 50 Prozent importiert werden dürfen. Russland soll weitere Einnahmequellen verlierenDie Strafmaßnahme hat zum Ziel, die Einnahmen der Exportwirtschaft Russlands weiter zu reduzieren, um dem Land die Kriegsführung gegen die Ukraine zu erschweren.
Zeitweise war auch ein komplettes Einfuhrverbot diskutiert worden. Diese Idee wurde allerdings wegen der Möglichkeit von erheblichen negativen Folgen für europäische Unternehmen und Bürger vorerst wieder verworfen. Nach Angaben des Thünen-Instituts, das zum Geschäftsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums zählt, ist Russland der viertgrößte Produzent von Meeresfisch weltweit und Deutschland in der EU der größte Abnehmer für Alaska-Seelachs-Filet von dort.
Was Experten sagen
Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge wurden allein im vergangenen Jahr 93. 500 Tonnen gefrorene Filets im Wert von rund 228 Millionen Euro in die Bundesrepublik importiert. Größte Fischstäbchenfabriken der Welt stehen in DeutschlandVon 2020 bis 2024 sei der Anteil Russlands an Alaska-Seelachsfilet-Importen von 15 auf 45 Prozent gestiegen, schreibt das Thünen-Institut in einem Dossier.
In Deutschland stünden zudem die weltweit größten Fischstäbchenfabriken. Das Institut warnt deswegen, dass die jetzt geplanten Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf das Angebot und die Preise der Produkte sowie auf die Arbeitsplätze in der deutschen Fischindustrie nach sich ziehen könnten.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





