
Salzburger Festspiele: Einsam und ohne Gruß
Salzburger Festspiele : Einsam und ohne Gruß Ein Kommentar von Simon Strauß 22.07.2026, 14:33Lesezeit: 3 Min. Nackt und bei sich: Philipp Hochmair als Jedermann anlässlich der Fotoprobe des Stücks „Jedermann“ auf dem...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Salzburger Festspiele : Einsam und ohne Gruß Ein Kommentar von Simon Strauß 22. 2026, 14:33Lesezeit: 3 Min. Nackt und bei sich: Philipp Hochmair als Jedermann anlässlich der Fotoprobe des Stücks „Jedermann“ auf dem Domplatz in SalzburgdpaDer Kampf um Macht hat die Sehnsucht nach Kunst in Salzburg gerade gehörig zur Seite gedrückt: Die Festspiele eröffnen mit nacktem Hintern, zwielichtigem Kerzenschein und dem Blick in eine ungewisse Zukunft.
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Salzburg. Im Schatten von Bayreuth, wie immer, aber mit eigenem Appeal, mit eigenem Untergangsschmäh. Das traditionsbewusste Festival steht vor verschiedenen Großveränderungen – sowohl seine Leitung als auch seine Häuser werden vom Wandel erfasst.
Die Einzelheiten
Mitten in der zum Weltkulturerbe zählenden Salzburger Altstadt steht ein heikler Umbau an: Die verschiedenen Festspielhäuser müssen saniert, neue Werkstätten gebaut werden, und ein Tunnel muss gegraben werden. Dafür hat kurz vor Festspielbeginn die UNESCO die Genehmigung erteilt, aber der österreichische Rechnungshof hat gleichzeitig eine unzureichende Kostenplanung kritisiert. Treppenwitz der FestspielgeschichteSpätestens ab übernächstem Jahr werden viele Aufführungen in Ausweichquartiere verlegt werden müssen – da wird die amtierende Festspielleitung allerdings voraussichtlich schon nicht mehr im Amt sein.
Karin Bergmann, die seit dem Rauswurf des Festspielchefs Markus Hinterhäuser im März dieses Jahres die Geschäfte interimistisch führt, hat angekündigt, nur zwei Spielzeiten lang zur Verfügung zu stehen. Dass sie, über deren eigenständige Berufung zur Schauspielchefin Hinterhäuser gestürzt ist, am Ende vom Kuratorium selbst als Intendantin berufen wurde, ist ein Treppenwitz der Festspielgeschichte. Einige wittern darin ein bühnenreifes Komplott mit Bergmann in der Rolle der Lady Macbeth, die im Vordergrund als Hinterhäusers Vertraute auftrat, im Hintergrund aber dessen Sturz mitverantwortete.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Lieder der SchwermutIn andere Richtung tendiert eine Streitschrift, die der österreichische Jurist und Dramaturg Sven Hartberger in diesen Tagen unter dem Titel „Das große Salzburger Affentheater“ veröffentlicht: Darin kritisiert er das Vorgehen des politisch besetzten Kuratoriums scharf und wirft ihm eine unzulässige Einmischung in künstlerische Entscheidungen vor. Der Kampf um Macht hat die Sehnsucht nach Kunst in Salzburg jedenfalls gerade gehörig zur Seite gedrückt.
Die Zukunft ist ungewiss und die Angst vor dem, was kommt, groß. Passend also, dass zum diesjährigen Auftakt „Lieder der Schwermut und der Trauer“ zu hören waren, in der Salzburger Kollegienkirche im Rahmen der „Ouverture spirituelle“, dirigiert bei Kerzenschein vom zwielichtig-zentralen Teodor Currentzis.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




