
Skelette in Museen: Forscher setzen Superwürmer ein, um Knochen zu reinigen
Unkonventionelle Reinigungsmethode Superwürmer machen Knochen super sauber Um Skelette in Museen auszustellen, müssen sie frei von Knorpel oder Fleisch sein – doch herkömmliche Präparationsmethoden dauern oft lange oder...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Unkonventionelle Reinigungsmethode Superwürmer machen Knochen super sauber Um Skelette in Museen auszustellen, müssen sie frei von Knorpel oder Fleisch sein – doch herkömmliche Präparationsmethoden dauern oft lange oder haben andere Nachteile. Forscher lassen nun Würmer an den Knochen nagen. 51 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Larven des Großen Schwarzkäfers (Zophobas morio) Foto: Wirestock / IMAGO aufklappen Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier.
Die Einzelheiten
War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! positiv bewerten negativ bewerten Für die Forschung und Ausstellungen in Museen sind Tierskelette von herausragender Bedeutung.
Die Knochen müssen sauber – also von allen organischen Weichteilen wie Knorpel, Fleisch oder Sehnen befreit – und unbeschädigt sein. Herkömmliche Methoden zur Reinigung bergen jedoch Tücken. Ein Team der Universität im iranischen Mesched und des Naturkundemuseums Stuttgart hat nun »Superwürmer« als schnellere, umweltfreundlichere, risikoärmere und günstige Alternative erprobt.
Dabei handelt es sich um Mehlwurm-artige Larven des Großen Schwarzkäfers (Zophobas morio), wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Fachzeitschrift »PLOS One « erläutern. Die bis zu sechs Zentimeter langen Tiere fressen den Angaben nach innerhalb weniger Stunden oder Tage Skelette blitzeblank – je nachdem, ob man ihnen eine kleine Hausmaus oder einen großen Wolf zum Fraß vorwirft. Bild vergrößern Schwarzkäfer-Larven fressen an einem Wolfschädel Foto: Morteza Monfared / Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart / dpa Um den Larven die Arbeit zu erleichtern, wurden die zu skelettierenden Tiere zuvor enthäutet, von inneren Organen befreit und 20 bis 45 Minuten lang in 80 Grad heißem Wasser aufgeweicht.
Was Experten sagen
Knochen-schonender EinsatzDer konventionelle Einsatz von Enzymen oder Chemikalien dauert den Angaben nach oft lange und ist mit Gefahren etwa durch Giftstoffe verbunden. Zudem könnten besonders fragile Knochen wie Schädel kleiner Vögel beschädigt werden. Eine schonendere und beliebte Methode zur Reinigung der Skelette seien Speckkäfer.
Doch hier bestehe eine andere Gefahr: Wenn die Tiere innerhalb der Museumsgebäude entwischen, könnten selbst wenige entflohene Käfer wissenschaftliche Sammlungen und Ausstellungen gefährden, unbemerkt Eier ablegen und die dort aufbewahrten Präparate zerstören. Verglichen damit sehen die Forschenden bei den Schwarzkäfer-Larven deutliche Vorteile: Mit ihren stärkeren Mundwerkzeugen und ihrem längeren Larvenstadium könnten sie schneller und effizienter Knochen entfleischen. Würden die Tiere in großen Gruppen gehalten, werde ferner deren Verpuppung gehemmt, so dass kaum erwachsene Käfer entstehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





