
Sängerin und Pop-Ikone: Die Zeremonienmeisterin Cher wird 80
Sängerin und Pop-Ikone : Die Zeremonienmeisterin Cher wird 80 Von Edo Reents 20.05.2026, 06:04Lesezeit: 4 Min. Diese Dame ist ein Tramp: Cher bei einer Gala in Los Angeles, 2021APNoch minderjährig war sie die bessere...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Sängerin und Pop-Ikone : Die Zeremonienmeisterin Cher wird 80 Von Edo Reents 20. 2026, 06:04Lesezeit: 4 Min. Diese Dame ist ein Tramp: Cher bei einer Gala in Los Angeles, 2021APNoch minderjährig war sie die bessere Hälfte des erfolgreichsten Pop-Ehepaars aller Zeiten, gewann später einen Oscar und wurde schließlich zur Popgöttin.
Nun wird Cher, jung wie eh und je, achtzig. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Als sie jung und die Popmusik noch etwas Besonderes war, hieß es in den so genannten liner notes auf den Schallplattencoverrückseiten oft: „A star like her is not made overnight“. Es bedurfte nämlich durchaus noch der Erklärung, wie ein Star wurde, was er war, welche Ausbildung er vielleicht genoss, wie er sein Talent ausbildete, wer ihm dabei half und welche Bedingungen und Strukturen der Unterhaltungsindustrie (Manager, Produzenten und Plattenfirmen) dabei eine Rolle spielten.
Die Einzelheiten
Cher war schon im Geschäft und beinahe auch ein Star, da war sie noch minderjährig. Es ist die alte Ike-und-Tina-Turner-Geschichte: Älterer Ehemann wird auf sie aufmerksam, bringt sie irgendwo unter - in diesem Fall bei Phil-Spector-Produktionen für den Hintergrundgesang -, tut sich dann mit ihr zum professionellen Sangesduo zusammen und kann es irgendwann nicht mehr verhindern, wie sich das Talent löst und selbständig macht, was Cher indes viel früher tat als Tina Turner; nämlich in dem Jahr, in dem ihr gemeinsames Debüt „Look At Us“ mit dem gewaltigen Hit „I Got You Babe“ erschien, 1965, brachte sie auch ihre erste eigene Platte mit Titeln heraus, die damals schon Popstandards waren oder es, nicht zuletzt dank ihrer Interpretation, bald wurden: „All I Really Wanna Do“ wies sie, gespickt mit viel Dylan, auf Anhieb als Schallplattenkünstlerin aus, deren Schönheit, weniger deren Stimme, das ideale Vehikel für prominente Fremdkompositionen war. In England tat dies zur selben Zeit und mit ebenfalls beachtlichem Output ihre Jahrgangsgenossin Marianne Faithfull.
In den ersten fünfzehn Jahren nahm Cher, wenn sie nicht gerade fürs „Vogue“-Titelblatt posierte oder sich mit prominenten Musikern (David Geffen, Gregg Allman, Gene Simmons) vergnügte, anderthalb Dutzend Studioalben auf. Nicht eigentlich „schön“ zu nennenDas war aber erst die Straße zu ihrem eigentlichen, globalen Ruhm, den Hitparadenerfolge wie „Bang, Bang (My Baby Shot Me Down)“, „You Better Sit Down Kids“, „Gypsys, Tramps & Thieves“ und das auf ihre Cherokee-Wurzeln anspielende „Half-Breed“ ihr pflasterten. Die Interpretation dieses imponierenden Popkatalogs geriet ihr nie zu speziell, sondern auf eine Weise harmlos, die indes nichts mit Biederkeit zu tun hatte.
Cher war, trotz ihrer damals modisch beflissenen Garderobe, auf ihre anschlussfähige Art von allem etwas und besang ihre Existenz zwischen Tingeltangel, Hippiemilieu und Liebesdramen mit manchmal etwas klischeehaftem Pathos in ihrem kehlig-belegt vibrierenden, dabei nicht eigentlich „schön“ zu nennenden Mezzosopran.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




