
TV-Kritik: Maischberger: Alle bleiben in ihrer Wagenburg
TV-Kritik: Maischberger : Alle bleiben in ihrer Wagenburg Von Philipp Krohn 20.05.2026, 04:02Lesezeit: 4 Min. Victoria Reichelt und Theo Koll sprechen mit Sandra Maischberger.WDR/Oliver ZiebeSandra Maischberger lädt...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. TV-Kritik: Maischberger : Alle bleiben in ihrer Wagenburg Von Philipp Krohn 20. 2026, 04:02Lesezeit: 4 Min. Victoria Reichelt und Theo Koll sprechen mit Sandra Maischberger.
WDR/Oliver ZiebeSandra Maischberger lädt Gäste ein, die in ihren Positionen maximal inkompatibel sind. Die Freude an Polarisierung und Kakophonie verstärkt den Eindruck der Reformunfähigkeit des Landes. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Gleich zu Beginn von „Maischberger“ am Dienstagabend fragt die Moderatorin, ob die Stimmung im Land schon einmal so schlecht gewesen sei.
Die Einzelheiten
Ihr erster Gast, der Fernsehveteran Theo Koll – seit 1977 im Geschäft – nennt die Jahre 2003 und 2004, in der die Zustimmungswerte zur Bundesregierung noch niedriger waren als heute. Und das erste Jahr der rot-grünen Bundesregierung sei der absolute Tiefpunkt gewesen. In der Rückschau ist zu erkennen, dass diese Stimmungstiefs eine Voraussetzung für die tiefgreifenden Reformen des Sozialstaats ab der Jahrtausendwende waren.
Welchen Anteil daran schon damals die Talkshows hatten – man denke an die Auftritte des BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel bei „Sabine Christiansen“ – ist Gegenstand von Forschung. Damals wurde das Bild des kranken Manns Europas gezeichnet. Hohe Anzahl von Talkshows weckt Eindruck einer GruppentherapieHeute ist die Zahl der Formate deutlich höher.
Die Beschäftigung mit der schwächelnden Wirtschaft gleicht einer Gruppentherapie. Doch sie trägt kaum zur Lösung der Probleme bei, sondern lässt nur immer deutlicher erkennen, dass in der aktuellen schwarz-roten Koalition zwei Erklärungsansätze für die Misere miteinander konkurrieren, die umfassende Reformen immer schwieriger möglich scheinen lassen. Das Journalistentrio Koll, Victoria Reichelt (ZDF/Funk) und Christoph Schwennicke (T-Online) analysiert dieses Dilemma zutreffend.
Was Experten sagen
Die unterschiedlichen Vorstellungen, wie mit dem demografischen Wandel umzugehen sei, habe schon die Ampel-Koalition belastet, sagt Reichelt. Die seit 20 Jahren verschleppten Reformen würfen ein schlechtes Licht auf die Ära Angela Merkels, die gleichwohl aktuell das „Vollbad“ in der Menge suche, kritisiert Schwennicke. Zum Abschluss darf der ehemalige Siemens-Chef Joe Kaeser noch in bester Elon-Musk-Manier zum Besten geben, dieses Land brauche eine politische Disruption.
Eine Minderheitsregierung könne ein Modell werden, das sich durch das Ringen um Mehrheiten als wettbewerbsfähig erweise. Warum diese spaltende Äußerung des ehemaligen Managers eingespielt wird, bleibt das Geheimnis der Maischberger-Redaktion. Immerhin findet Koll klare Worte: Manager sollten manchmal besser in ihrem eigentlichen Kompetenzbereich bleiben.
Heißt Kompromiss noch, eigene Positionen zu hinterfragen? Wie zur Bestätigung der kaum überbrückbaren Differenzen betreten im Anschluss der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner und die Wirtschaftsweise Veronika Grimm die Manege.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




