
Vorratsdatenspeicherung: Datenschutz geht nicht über alles
Vorratsdatenspeicherung : Datenschutz geht nicht über alles Ein Kommentar von Justus Bender 21.05.2026, 13:14Lesezeit: 3 Min. Dem gemeinen Internetnutzer macht Vorratsdatenspeicherung keine Angst mehr.Picture...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Vorratsdatenspeicherung : Datenschutz geht nicht über alles Ein Kommentar von Justus Bender 21. 2026, 13:14Lesezeit: 3 Min. Dem gemeinen Internetnutzer macht Vorratsdatenspeicherung keine Angst mehr.
Picture AlliancePlötzlich ist die Vorratsdatenspeicherung politisch durchsetzbar. Niemand demonstriert, niemand redet von Orwell. Das zeigt, wie unehrlich die Debatte war.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Vor einigen Jahren wurden Menschen, die für eine Vorratsdatenspeicherung eintraten, digital gesteinigt. Sie wurden so lange in Kommentaren, Posts und Memes beschimpft, bis sie leiser und leiser wurden. Das zornige Volk fürchtete den Überwachungsstaat, in dem ein Bürger danach beurteilt wird, was er am Tag zuvor gegoogelt hat.
Es waren also hehre Ziele, die auf den Fahnen standen, und es wurde gesagt, dass diese Ziele ein noch größeres Gewicht hätten als die der anderen Seite, der es immerhin um die Bekämpfung von Kinderpornographie und Onlinebetrug ging. Die Gegner einer Vorratsdatenspeicherung waren aber nicht ganz ehrlich. Viele verschwiegen ihre wahren Motive.
Deutschland war in diesen Jahren ein Land der Hehler und Raubkopierer. Das sind große Worte, aber falsch sind sie nicht, denn es war in den Nullerjahren unter jungen Menschen vollkommen üblich, Hunderte bis Tausende illegal raubkopierte Musikstücke und Hollywoodfilme auf externen Festplatten mit sich herumzutragen, zusätzlich zu den im Urlaub in Bangkok und Hongkong billig eingekauften und illegal gebrannten DVDs. Urheberrechtsverletzungen waren ein Volkssport.
Was Experten sagen
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Auf Online-Tauschbörsen lauerten Anwaltskanzleien darauf, dass ein technisch Ahnungsloser einen Hollywoodfilm zum Tausch anbot, um diesem ein saftiges Abmahnschreiben zu schicken. Also rüsteten die Bürger auf.
Auf einmal wussten technisch sonst wenig versierte Menschen, was „VPN-Server“ sind oder wie sie die IP-Adressen bekannter Abmahnkanzleien blockieren – zwei Wege, um Geldstrafen zu entgehen. Bei der Einführung einer Vorratsdatenspeicherung hätten also Millionen Deutsche fürchten müssen, für ihre Urheberrechtsverletzungen mit fünfstelligen Strafen belangt zu werden. Entsprechend groß war die Empörung, wenn das jemand vorschlug.
Es gab Großdemonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern, von einem „Überwachungswahn“ war die Rede und von „Freiheit“. Das war viel Pathos für eine Generation, die amerikanischen Konzernen ihre Urlaubsfotos, ihre privaten Chatnachrichten, ihre Bewegungsprofile und ihr Online-Dating anvertraute. Anders als diese freiwillige Entblößung meinte Vorratsdatenspeicherung jedoch nicht einmal die Speicherung von Inhalten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




