
Vorsitz der Liberalen: Die FDP nimmt Abschied von der Wirtschaft
Vorsitz der Liberalen : Die FDP nimmt Abschied von der Wirtschaft Von Ralph Bollmann 29.05.2026, 22:00Lesezeit: 7 Min. Wolfgang Kubicki, 74, will sich Ende Mai zum Vorsitzenden der FDP wählen lassen.Maximilian von...
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Vorsitz der Liberalen : Die FDP nimmt Abschied von der Wirtschaft Von Ralph Bollmann 29. 2026, 22:00Lesezeit: 7 Min. Wolfgang Kubicki, 74, will sich Ende Mai zum Vorsitzenden der FDP wählen lassen.
Maximilian von LachnerDie FDP galt immer als Partei mit Kompetenz fürs Ökonomische. Für den künftigen Vorsitzenden steht das Thema nicht im Zentrum: Wolfgang Kubicki kümmert sich lieber um anderes. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es gab mal einen Anwärter auf den FDP-Vorsitz, der sich recht detailliert mit Wirtschaftsthemen befasste.
Die Einzelheiten
Henning Höne hieß er, seines Zeichens Partei- und Fraktionschef der Freidemokraten im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ziemlich ausführliche Papiere hat er mit seinen Abgeordnetenkollegen verfasst, wie er sich für sein Bundesland den ökonomischen Aufbruch vorstellt, von der Fachkräftegewinnung bis zu Änderungen am Landesentwicklungsplan. Wünsche zur Düngemittelverordnung lassen sich auf der Homepage seiner Fraktion ebenso nachlesen wie konkrete Pläne für den Einsatz der Kernfusion als Zukunftsenergie.
Allerdings musste der weithin unbekannte 39-Jährige feststellen, dass er damit nicht durchdrang in einem Land, dessen Bürger in Umfragen zwar die maue Wirtschaftslage als drängendstes Thema bezeichnen, sich mit ökonomischen Einzelheiten aber lieber nicht befassen wollen. Selbst dem heutigen Bundeskanzler, so wurde berichtet, habe man während seiner Zeit im Aufsichtsrat der deutschen Blackrock-Tochter die Funktionsweise eines ETF erst erklären müssen. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Höne drang mit seinen Ideen aber auch in der eigenen Partei nicht durch, deren Interimschef Christian Dürr zuletzt noch die Parole ausgegeben hatte, sich voll und ganz auf die Wirtschaftspolitik konzentrieren zu wollen. Wenn sich die Delegierten aus dem ganzen Bundesgebiet an diesem Wochenende im Berliner Estrel-Hotel treffen, dort, wo zuletzt Gewerkschafter den Kanzler ausbuhten, dann scheint eines halbwegs gewiss zu sein: Sie werden aufgrund seiner Prominenz einen Mann zum neuen Vorsitzenden wählen, dem der Ruf vorauseilt, sich von Einzelheiten nicht allzu sehr aufhalten zu lassen – erst recht nicht, wenn es um wenig massentaugliche ökonomische Fachfragen geht. Was umso erstaunlicher wirkt, als Wolfgang Kubicki mit die stärkste innerparteiliche Unterstützung ausgerechnet von einer Gruppe namens „Ottos Erben“ erfährt, die sich mit marktwirtschaftlichen Positionen auf den früheren Parteivorsitzenden Otto Graf Lambsdorff berufen.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Im Januar brachte Kubicki ein Buch heraus, das man bereits als Bewerbungsschrift für seine spätere Kandidatur um den Parteivorsitz lesen konnte.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





