
Wahlen in Russland: Ein Ende von Putins Regime ist nicht absehbar
Wahlen in Russland : Ein Ende von Putins Regime ist nicht absehbar Ein Kommentar von Reinhard Veser 20.07.2026, 10:03Lesezeit: 3 Min. An dieser Moskauer Tankstelle stehen die Autos Schlange.AFPViele Russen sind...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Wahlen in Russland : Ein Ende von Putins Regime ist nicht absehbar Ein Kommentar von Reinhard Veser 20. 2026, 10:03Lesezeit: 3 Min. An dieser Moskauer Tankstelle stehen die Autos Schlange.
AFPViele Russen sind unzufrieden mit dem Krieg, langen Schlangen vor den Tankstellen und Internetblockaden. Trotzdem verliert Putin nicht die Kontrolle. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In zwei Monaten findet in Russland eine Parlamentswahl statt.
Die Einzelheiten
Alles wird sein wie immer: Gegner des Kremls werden nicht zugelassen, die ungefähren Stimmanteile der Machtpartei Einiges Russland und der loyalen Scheinopposition werden in der Präsidialadministration festgelegt, die örtlichen Behörden müssen das gewünschte Ergebnis liefern. Diesmal sind nur die Umstände andere als bei vorherigen Wahlen: Der Krieg gegen die Ukraine erreicht den Alltag der Russen. Die Normalität, die ihnen das Regime zu garantieren versucht, erweist sich als brüchig.
Fast jede Nacht greifen ukrainische Drohnen Ziele tief im Inneren Russlands an. Ihre Schläge gegen Raffinerien haben zu einer Rationierung von Benzin und Diesel geführt – und zu stundenlangen Wartezeiten an Tankstellen. Verärgert sind viele Russen auch wegen der wiederkehrenden Blockaden des mobilen Internets.
Die gab es schon vor den Angriffen auf Raffinerien und wurden damit begründet, dass so Drohnenschläge verhindert werden. Dagegen hat diese unpopuläre Maßnahme aber offensichtlich nicht geholfen, über die es selbst innerhalb der Führung einen Dissens gab. Und dann verstärken sich noch die Anzeichen für eine aufziehende Wirtschaftskrise.
Was Experten sagen
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Wahlen sind in Russland vor allem ein Stresstest für das Regime: Hat es das Land fest im Griff? Mit einer Mischung aus Anreizen und Zwang muss es genug Russen dazu bringen, für Einiges Russland zu stimmen, damit das offiziell verkündete Wahlergebnis plausibel wirkt.
Die Imitation von Wahlen ist eine Machtdemonstration gegenüber den eigenen Bürgern. Die jüngsten Entwicklungen erschweren den Polittechnologen im Kreml diese Aufgabe: Das Regime zeigt unübersehbar Schwäche. Im Gegensatz zu den Schwierigkeiten der russischen Truppen an der Front lassen sich die Drohnenangriffe und die Treibstoffkrise weder verheimlichen noch durch halb- oder unwahre Erfolgsmeldungen kaschieren.
Dennoch deutet bisher nichts darauf hin, dass der Kreml die Kontrolle verliert – schon deshalb, weil wegen der Repressionen niemand mehr da ist, der die Unzufriedenen organisieren könnte. Die Indizien für Machtkämpfe in der Elite, die sich vor diesem Hintergrund mehren, deuten nicht zwingend auf eine Destabilisierung des Regimes hin. Solche Konflikte waren seit Beginn des vollumfänglichen Kriegs von außen kaum zu sehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




