
Wal-Drama in der Ostsee: So blickt die Welt auf uns und den Buckelwal
»Musterbeispiel für Dekadenz« So blickt die Welt auf uns und den Buckelwal Ist Deutschland verrückt geworden? Ausländische Medien blicken verwundert bis belustigt auf das Wal-Drama in der Ostsee. Eine niederländische...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: »Musterbeispiel für Dekadenz« So blickt die Welt auf uns und den Buckelwal Ist Deutschland verrückt geworden? Ausländische Medien blicken verwundert bis belustigt auf das Wal-Drama in der Ostsee. Eine niederländische Zeitung fällt ein besonders scharfes Urteil.
Von Jonathan Stock 24. 05 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
Die Einzelheiten
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Kadaver vor der dänischen Insel Anholt: Wie das Haustier der Nation Foto: Marcus Golejewski / dpa Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet. Vergesst die Straße von Hormus, schrieb die schwedische Zeitung »Sydsvenskan«, jetzt zähle die Bucht von Wismar.
Dort, im flachen Wasser vor der Ostseeküste, lag ein junger Buckelwal, dort entfaltete sich das deutsche Drama. Ein Tier, zwölf Tonnen schwer, verirrt in die Ostsee, erschöpft, gestrandet. In Deutschland wurde er Timmy genannt, wie ein Hund, wie das Haustier der Nation.
Und während viele Deutsche auf den Wal schauten, hoffnungsvoll und verzweifelt, schaute das Ausland auf Deutschland, irritiert und verwundert. Auf ein Land, das in einem Wal plötzlich eine Bewährungsprobe erkannte. Skandinavische, amerikanische, britische, europäische Medien berichteten nicht nur über einen Wal.
Was Experten sagen
Sie berichteten über eine Nation im vermeintlichen emotionalen Ausnahmezustand, über ein Land, das sich in diesem Wal wiederzuerkennen schien. Der Blick von außen zeigt, wie Deutschland wahrgenommen wird: ein Land, in dem sich moralischer Überschuss, technische Rettungsfantasie, Expertenskepsis, Verschwörungsglaube und eine fast verzweifelte Sehnsucht nach Handlungsfähigkeit mischen. Der Wal wurde zur Projektionsfläche für ein Land, das selbst daran zweifelt, ob es noch zu retten ist.
Aus der Ferne wirkte die Geschichte noch merkwürdiger als aus der Nähe, wenn man von deutschen Millionären las, die ein Tier retten wollten, von einem Minister, der mit Walen sprach, von Livestreams auf einen Kadaver, von rechten Ex-Rockern und Walgesängen. In den ausländischen Medien wurde das erschöpfte Tier in der Ostsee zur deutschen Sehnsuchtskreatur, an der sich ein ganzes Land entziffern ließ. Wer liebt, muss handelnDer freundlichste Blick kam aus den USA.
Der »New Yorker«, das Magazin für literarische Reportagen und feine Gesellschaftsbeobachtung, sah in der Rettung eine menschliche Geste. Der Strandungsexperte Sebastian Strand beschrieb in dem Magazin die Aktion so: »Ich würde sagen, es war irrational, getragen von Glauben und der Bereitschaft, angesichts eines ansonsten sicheren Untergangs sein Bestes zu versuchen. « Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus wurde mit einem Satz zitiert, der das Gefühl einer halben Nation zu treffen schien: »Das ist für mich persönlich ein emotionales Thema, denn wenn man Tiere liebt, stirbt man mit dem Wal.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




