
Westend Verlag: Neben Rechtsradikalen publizieren?
Westend Verlag : Neben Rechtsradikalen publizieren? Ein Kommentar von Oliver Weber 22.05.2026, 13:58Lesezeit: 2 Min. Blick in einen Buchladen in der Innenstadt von Frankfurt am Main mit Büchern aus dem...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Westend Verlag : Neben Rechtsradikalen publizieren? Ein Kommentar von Oliver Weber 22. 2026, 13:58Lesezeit: 2 Min.
Blick in einen Buchladen in der Innenstadt von Frankfurt am Main mit Büchern aus dem Westend-ProgrammWonge BergmannDreißig Autoren verlassen den Westend-Verlag, nachdem dort ein Buch aus dem „NIUS“-Umfeld erschienen ist. Vor Verschwörungstheorien schreckt der Verlag schon seit langer Zeit nicht mehr zurück. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Mit der Kritik ist es so eine Sache.
Die Einzelheiten
Ihre Grundhaltung ist die Skepsis, vielleicht sogar das Misstrauen. Was ihr in die Finger kommt, wird befragt, bemängelt, oft genug auch missverstanden. Das gilt besonders für die politische Kritik, die, wie Reinhart Koselleck gezeigt hat, aufgrund ihrer Machtferne dazu neigt, in Hypokrisie umzuschlagen.
Wenn der Kritiker sich nicht bremsen kann, ist ihm plötzlich alles verdächtig – außer er selbst und seine persönliche Misstrauensgemeinschaft. Dreißig Autoren, darunter Gregor Gysi, die Journalistin Ulrike Herrmann und der Armutsforscher Christoph Butterwegge, haben sich nun entschieden, ihrer Misstrauensgemeinschaft die Mitgliedschaft aufzukündigen. Nun, da der Westend-Verlag das von Julian Reichelt und Pauline Voss verantwortete Buch „Links – Deutsch / Deutsch – Links“ verlegt hat, wolle man „in dieser Nachbarschaft“ nicht mehr publizieren.
Man vertrete zwar einen weiten Begriff von Meinungsfreiheit, doch mit der Veröffentlichung aus dem „NIUS“-Umfeld sei das Spektrum des Verlags „bis hin zur extremen Rechten erweitert“ worden. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Verschwörungstheorien gehören schon lange zum ProgrammDie Vorwürfe sind nicht unbegründet.
Was Experten sagen
Allein, man wundert sich, dass die Westend-Autoren sich so spät zu diesem Schritt entschlossen haben. Der Verlag ist ein Paradebeispiel für die kuriosen weltanschaulichen Kurven, die eine der Machtkritik verpflichtete Linke absolvieren kann. Die Nähe zur radikalen Rechten sucht der Verlag zwar erst seit einigen Jahren, doch die Grenze zum Unsinn hat er schon seit langer Zeit unterschritten.
Schon früh erschienen bei Westend verschwörungstheoretische 9/11-Bücher, nach 2014 sammelte sich dort die aus den Mahnwachen und „alternativen Medien“ hervorgegangene Welt der Russlandapologeten und Antiamerikanisten, mit der Corona-Pandemie stieß auch noch das Querdenkermilieu hinzu. Schließlich kaufte man ein, was andere, seriösere Verlage nicht veröffentlichen wollten, wie etwa Ulf Poschardts Manifest „Shitbürgertum“, für das – derlei Bücher schreiben sich offenbar schnell – schon der Nachfolgeband „Bückbürgertum“ angekündigt ist.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




