Frankreich-Proteste: Premierminister beklagt »entsetzliches Ausmaß an Gewalt
Brand im Rathaus von Limoges: Eine »Katastrophe für das kulturelle Erbe« Frankreichs Die massiven Ausschreitungen in Frankreich haben laut Premierminister Sébastien Lecornu die Schaltzentralen des Landes zum Ziel...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Brand im Rathaus von Limoges: Eine »Katastrophe für das kulturelle Erbe« Frankreichs Die massiven Ausschreitungen in Frankreich haben laut Premierminister Sébastien Lecornu die Schaltzentralen des Landes zum Ziel gehabt. »Es ist offensichtlich, dass die Machtzentren in Paris ins Visier genommen wurden: der Élysée-Palast, der Regierungssitz, die Nationalversammlung«, sagte Lecornu nach einer Krisensitzung der Regierung am späten Samstagabend. Er beklagte ein »entsetzliches Ausmaß an Gewalt«.
Landesweit hatten am Samstag in Frankreich Hunderttausende Menschen protestiert, dabei kam es teils auch zu schweren Ausschreitungen. Lecornu zufolge wurden 1200 Menschen festgenommen. 150 Polizisten seien verletzt worden.
Die Einzelheiten
Und: Es sei »ein Wunder, dass die Bilanz heute Abend nicht noch schlimmer ausfällt«, sagte der Premier. Premierminister Lecornu (am 7. Oktober): »Wir lassen uns davon nicht einschüchtern« Auch aufseiten der Demonstranten gab es Medienberichten zufolge Verletzte.
In Saint-Étienne sei einem 17-Jährigen von einer durch die Polizei abgefeuerten Granate eine Hand abgerissen worden, berichtete die Zeitung »Le Figaro«. Im ostfranzösischen Nancy seien drei Menschen durch eine Blendgranate der Einsatzkräfte verletzt worden, schrieb die Zeitung »L'Est Républicain«. Lecornu zufolge habe sich die Polizei den ganzen Tag über »einer besonders gewalttätigen Ultralinken« gegenübergesehen, »einer sehr gut organisierten, undurchsichtigen Gruppe, die methodisch versuchte, Eigentum, Personen, aber auch die Institutionen der Republik anzugreifen«.
Es handle sich »um ein politisches Manöver, das Gewalt billigt«. Er betonte: »Wir lassen uns davon nicht einschüchtern. « In Frankreich hatten die sogenannte Gelbwesten-Bewegung, Gewerkschaften, Schüler, Studierende, Landwirte und andere Organisationen für Samstag zu einem Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem aufgerufen.
Was Experten sagen
An den Protesten nahmen nach Regierungsangaben rund 550. 000 Menschen teil, darunter allein 110. Die Organisatoren sprachen von landesweit rund 800.
In Paris versuchten nach Angaben des Innenministeriums mehrere Demonstrationszüge, sich auf staatliche Behörden zuzubewegen. Die Ordnungskräfte hätten systematisch eingegriffen, um diese Bewegungen zu verhindern und die institutionellen Standorte zu sichern. Demonstranten kamen unter anderem zu den für die Proteste gesperrten Champs-Élysées und wollten auch Richtung Élysée-Palast vordringen, letztlich ohne Erfolg.
Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire berichtete von komplett verwüsteten Straßenzügen. »Ich habe Dinge miterlebt, die mich in rasende Wut versetzt haben: Randalierer, die Geschäfte am Fuße von Wohngebäuden in Brand gesteckt haben«, sagte er dem Sender BFMTV. Auch wenn die jungen Leute friedlich demonstriert hätten, sei das, was in Paris und anderen Städten passiert sei, ein »Versuch, die soziale Bewegung und die staatlichen Behörden zu destabilisieren«.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.



