
Apfelvielfalt: Eingeschmuggelte Gene
Apfelvielfalt : Eingeschmuggelte Gene Von Diemut Klärner 06.07.2026, 16:03Lesezeit: 3 Min. In Kulturäpfeln steckt viel Wildnis.PlainpictureEs gibt nur wenige Apfelsorten in den Supermärkten. Eine Analyse aber zeigt: In...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Apfelvielfalt : Eingeschmuggelte Gene Von Diemut Klärner 06. 2026, 16:03Lesezeit: 3 Min. In Kulturäpfeln steckt viel Wildnis.
PlainpictureEs gibt nur wenige Apfelsorten in den Supermärkten. Eine Analyse aber zeigt: In ihnen ist die Vielfalt der Gene höher, als man bislang angenommen hat. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es gibt viele Tausende Apfelsorten, aber nur die wenigsten schaffen es in den Supermarkt oder auf den Wochenmarkt: Manche Sorten sind sehr klein, schmecken nicht, andere sind sehr druckempfindlich oder halten nur kurz.
Die Einzelheiten
Und so finden sich immer mehr Sorten wie der Altländer Pfannkuchenapfel, für Apfelkuchen und Apfelmus einst hochgeschätzt, auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen wieder. Aber wie kam es zu dieser großen Vielfalt? Genetische Analysen zeigen, dass der Asiatische Wildapfel (Malus sieversii) der Urvater aller Kulturäpfel ist.
Das Verbreitungsgebiet dieses Apfels erstreckt sich vom südlichen Kasachstan bis ins chinesische Xinjiang. Seine recht ansehnlichen Früchte variieren in Form und Farbe und reichen geschmacklich von sauer bis süß. Damit bot sich die Chance, aus dem Angebot der Natur besonders leckere Äpfel auszuwählen und durch Züchtung weiter zu optimieren.
Mutmaßlich über die historische Seidenstraße gelangten Kulturäpfel wohl zunächst ins Verbreitungsgebiet des Orientapfels (Malus orientalis), das sich vom Kaukasus bis in die Türkei und den Norden Irans erstreckt. Dieser Wildapfel hat ähnlich kleine Früchte wie der hauptsächlich in Mitteleuropa heimische Holzapfel (Malus sylvestris). Beide Äpfel enthalten gewöhnlich so viele Gerbstoffe, dass sie in rohem Zustand völlig ungenießbar sind.
Was Experten sagen
Selbst gekocht oder vergoren schmecken sie ausgesprochen herb. Da Honigbienen und Hummeln oft weite Strecken zurücklegen, werden die Blüten von Kulturäpfeln bisweilen mit den Pollen von Wildäpfeln bestäubt. Wie solche „wilde Gene“ die Kulturäpfel geprägt haben, studierten kürzlich Wissenschaftler um Xilong Chen von der Université Paris-Saclay in Gif-sur-Yvette und Komlan Avia von der Université de Strasbourg in Colmar.
Gemeinsam mit Forschern aus China, Armenien, Rumänien, Belgien, Spanien, Österreich und den USA analysierten sie 218 Apfelgenome, sowohl Kulturäpfel als auch Wildäpfel aus Europa, dem Kaukasus, Kasachstan und China. Bei den Kulturäpfeln bestätigten sich die tiefgreifenden genetischen Unterschiede zwischen Tafeläpfeln einerseits und Mostäpfeln andererseits. Schließlich wurden beide für ganz verschiedene Verwendungen gezüchtet.
Wildäpfel haben in den jeweils verschiedenen Teilen des Genoms ihre Spuren hinterlassen. Eines haben Tafeläpfel und Mostäpfel jedoch gemeinsam: Beide sind mit dem Asiatischen Wildapfel und dem Orientapfel enger verwandt als mit dem europäischen Holzapfel. Wie Xilong und Kollegen in „Current Biology“ berichten, lässt sich aber nicht nur das Erbe von Wildäpfeln nachweisen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





