
Archäologie: Pest tötete Menschen schon vor 5500 Jahren
Geißel der Menschheit Pest tötete Menschen schon vor 5500 Jahren Im Mittelalter fielen der Pest in Europa Millionen Menschen zum Opfer. Doch schon lange vorher gab es tödliche Ausbrüche, wie eine neue Studie zeigt....
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Geißel der Menschheit Pest tötete Menschen schon vor 5500 Jahren Im Mittelalter fielen der Pest in Europa Millionen Menschen zum Opfer. Doch schon lange vorher gab es tödliche Ausbrüche, wie eine neue Studie zeigt. Dabei starben besonders viele Kinder.
55 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Illustration des Pestbakteriums Yersinia pestis: Jahrtausendealter Erreger, der viele Todesopfer forderte Foto: Stocktrek Images / Zoonar / picture alliance aufklappen Automatisch erstellt mit KI.
Die Einzelheiten
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positiv bewerten negativ bewerten Die Pest gilt als Geißel der Menschheit, die in Eurasien vor allem seit der späten Antike, im Mittelalter und bis in die Neuzeit große Teile der Bevölkerung dahingerafft hat. Doch seit wann die Seuche Menschen zusetzte, war bislang unbekannt. Nun haben Forscher im Südosten von Sibirien den bislang frühesten Nachweis für einen tödlichen Pest-Ausbruch gefunden.
Das Team um Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen untersuchte in der Umgebung des Baikalsees im heutigen Russland vier Friedhöfe, die zwischen 4900 und 5500 Jahre alt sind. Dort war mehr als ein Drittel – 39 Prozent – der bestatteten Menschen mit dem Pest-Erreger Yersinia pestis infiziert, wie das Team im Fachjournal »Nature « schreibt. »Unsere Resultate zeigen, dass diese alten Stämme bereits sehr tödlich waren«, sagt Willerslev.
Was Experten sagen
Das sei umstritten gewesen. Zwar wurden in Schweden und Lettland zuvor etwa 5000 Jahre alte Varianten des Bakteriums Y. Bei diesen blieb jedoch unklar, wie aggressiv sie waren und ob sie überhaupt größere Ausbrüche auslösen konnten.
Hauptbetroffen waren Kinder im Alter von 8 bis 11 JahrenDas Forschungsteam um Willerslev rekonstruierte das Erbgut der Pesterreger von den Friedhöfen am Baikalsee aus Zähnen. Dass es dort so viele Infektionen fand, wertet es als Hinweis auf »eine katastrophale Sterblichkeit« unter Gruppen, die damals offenbar in engem Kontakt standen. »Auf Grundlage der Pest-DNA, der genetischen Beziehung zwischen den Opfern, der archäologischen Analyse und der Radiokarbon-Datierung schufen wir ein vollständiges Bild davon, was während dieser Ausbrüche geschah«, sagte Erstautor Ruairidh Macleod.
Bild vergrößern Baikalsee im heutigen Russland: Pest könnte sich von Mittel- oder Nordost-Asien aus in Eurasien ausgebreitet haben Foto: Vladimir Kazakov / Zoonar / picture alliance Viele der Toten wurden vermutlich binnen kurzer Zeit bestattet, oft handelte es sich um enge Verwandte wie Geschwister oder Eltern und ihren Nachwuchs. Unter den Toten von den beiden größeren Friedhöfen waren auffällig viele Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren, Menschen zwischen 20 und 35 Jahren waren dagegen kaum darunter.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





