
Arda Saatçis Lauf: Das Ich als Gegner
Arda Saatçis Lauf : Das Ich als Gegner Ein Kommentar von Christoph Becker 13.05.2026, 09:15Lesezeit: 2 Min. Im Kampf mit sich selbst, gesponsert vom Energydrink-Giganten: Arda Saatçi hat sein Ziel verfehlt – gelohnt...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Arda Saatçis Lauf : Das Ich als Gegner Ein Kommentar von Christoph Becker 13. 2026, 09:15Lesezeit: 2 Min. Im Kampf mit sich selbst, gesponsert vom Energydrink-Giganten: Arda Saatçi hat sein Ziel verfehlt – gelohnt haben dürfte sich sein Lauf trotzdem.
dpaSocial-Media-Rekordjäger wie der Läufer Arda Saatçi und die „Enhanced Games“ haben etwas gemeinsam: Sie reduzieren den Sport auf die Verschiebung körperlicher Grenzen. Ihre Botschaft ist gefährlich. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Arda Saatçi hat es nicht geschafft.
Die Einzelheiten
Der Berliner, das sei Leserinnen und Lesern erklärt, deren Social-Media-Feeds ihnen in den vergangenen Tagen nichts zum Dauerläufer in die Timeline gespült haben, eventuell, weil ihnen Social-Media-Feeds herzlich egal sind, wollte laufend in 96 Stunden 600 Kilometer im Westen der Vereinigten Staaten zurücklegen. Arda Saatçi brauchte 123 Stunden und ein paar Minuten. Uns allen könnte Arda Saatçi herzlich egal sein.
Ein Mann setzt sich ein Ziel, erreicht es oder erreicht es nicht. Vielen aber war Arda Saatçi nicht egal, denn hinter ihm steht eine Vermarktungsmaschinerie, die aus einem jungen Mann mit Bewegungsdrang ein Social-Media-Zugpferd mit Botschaft macht. Alles geht besser, wenn du nur willst, dein größter Gegner bist du selbst.
Arda Saatçi sieht sich als „Cyborg“. Halb Mensch, halb Maschine also, vermarktet von einem Energydrink-Giganten. Und hier wird es dann doch mehr als interessant.
Was Experten sagen
Arda Saatçi und all die anderen Protagonisten ihrer wenigstens ins Absurde, manchmal bis ins Gefährliche gesteigerten Selbstoptimierungsversuche reiten auf einer Welle, die über digitale Kanäle die Gesellschaft flutet: Körperliche Grenzen sind dazu da, gesprengt zu werden. Eine nachrangige Erwägung. Die Grenzüberwindung wird durch Geld incentiviertAuch deshalb verdient eine Kampagne Beachtung, die gerade von der Nationalen Anti-Doping-Agentur initiiert wurde.
Schwimmer Josha Salchow und Léa Krüger, Athletenvertreterin und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der NADA, warnen vor einer Normalisierung von Doping. Anlass sind die „Enhanced Games“, bei denen Doping das Mittel zum Zweck der Überwindung der Grenzen des eigenen Körpers sein soll. Die Wettkämpfe, die mit hohen Antritts- und Preisgeldern locken, und zum Trend vermarktete Hyperindividualisten wie Arda Saatçi sind Ausdruck einer gefährlichen Tendenz: Hier wie dort wird die Überwindung der körperlichen Grenzen durch das In-Aussicht-Stellen von Profit incentiviert.
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Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




