
Autobiographie von 1861: Für versklavte Frauen waren Vergewaltigungen alltäglich
Autobiographie von 1861 : Für versklavte Frauen waren Vergewaltigungen alltäglich Von Frauke Steffens, New York 30.06.2026, 08:35Lesezeit: 3 Min. Dieser Horror galt allen Generationen: Fotografie einer versklavten...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Autobiographie von 1861 : Für versklavte Frauen waren Vergewaltigungen alltäglich Von Frauke Steffens, New York 30. 2026, 08:35Lesezeit: 3 Min. Dieser Horror galt allen Generationen: Fotografie einer versklavten Familie in Amerika zur Zeit des Erscheinens von Jacobs’ Buch.
Picture AllianceMit „Incidents in the Life of a Slave Girl“ endete 1861 das Schweigen von versklavten Frauen. Harriet Jacobs’ autobiographisches Werk wurde lange nicht als solches anerkannt – die 18. -Serie „Amerika, wie es im Buche steht“.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Der Kaufvertrag! Dieses Wort traf mich wie ein Schlag. So wurde ich am Ende doch noch verkauft.
“ Zehn Jahre, nachdem ihr die Flucht aus der Sklaverei gelungen war, musste ihre New Yorker Arbeitgeberin Harriet Jacobs 1852 freikaufen. „Dieser Kaufvertrag wird künftigen Generationen zeigen, dass Frauen in New York noch im 19. Jahrhundert Handelsware waren“, schrieb Jacobs in ihrem Buch „Incidents in the Life of a Slave Girl“.
Als das Buch 1861 erschien, wurde es wie viele der sogenannten „slave narratives“, die von Männern stammten, in den Kreisen der Abolitionisten in den Nordstaaten breit gelesen. Doch später geriet es für viele Jahrzehnte in Vergessenheit oder wurde für das fiktionale Werk einer weißen Autorin gehalten. Harriet Jacobs hatte ihren autobiographischen Text, der sich literarischer Mittel bediente, unter dem Pseudonym Linda Brent veröffentlicht, die Namen von Verwandten wie Sklavenhaltern hatte sie geändert.
Was Experten sagen
Zusatzartikel zur US-Verfassung, mit dem die Sklaverei abgeschafft wurde, wird im Nationalarchiv ausgestellt. dpaErst vor vierzig Jahren rekonstruierte die Literaturwissenschaftlerin Jean Fagan Yellin in jahrelanger Archivarbeit Jacobs’ Geschichte. Yellin wies nach, dass Jacobs das Buch selbst geschrieben hatte und dass es ihr Leben erzählte.
Heute gilt es neben Frederick Douglass’ Autobiographie als eines der wichtigsten Zeugnisse eines ehemals versklavten Menschen. Sexuelle Gewalt war alltäglichJacobs wurde 1813 in Edenton, North Carolina, geboren. Die Weißen, die ihre Familie versklavten, waren Besitzer einer Gaststätte.
Als Kind gelang es Jacobs dank der Tochter des Barbesitzers, lesen und schreiben zu lernen. Nach deren Tod wurde sie an eine minderjährige Tochter des Arztes James Norcom „vererbt“. Norcom bedrohte und belästigte Jacobs jahrelang sexuell.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




