
Bertelsmann-Studie: Vertrauen in die Demokratie? Eher so mittel
Bertelsmann-Studie : Vertrauen in die Demokratie? Eher so mittel Ein Kommentar von Michael Hanfeld 06.05.2026, 10:26Lesezeit: 2 Min. Herzstück der Demokratie: das Reichstagsgebäude in BerlinPicture AllianceDie...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Bertelsmann-Studie : Vertrauen in die Demokratie? Eher so mittel Ein Kommentar von Michael Hanfeld 06. 2026, 10:26Lesezeit: 2 Min.
Herzstück der Demokratie: das Reichstagsgebäude in BerlinPicture AllianceDie Zustimmung zu demokratischen Werten bleibt hoch, ermittelt die Bertelsmann-Stiftung. Doch sind eher wenige mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden. Die Studienmacher beunruhigt das nicht.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Demokratie ist toll, nur funktioniert sie leider nicht. So könnte man das Ergebnis des von der Bertelsmann Stiftung herausgegebenen „Demokratiemonitors 2026“ zusammenfassen. Das sehen die Autoren indes ganz anders.
Die „grundsätzliche Zustimmung zur liberalen Demokratie in Deutschland“ sei „sehr hoch“, schreiben Robert Vehrkamp und Michael Koß. Eine „breite Mehrheit“ von 82 Prozent befürworte „überdurchschnittlich stark demokratische Werte“, zugleich klaffe „in vielen Bereichen eine spürbare Lücke zwischen Anspruch (Legitimität) und wahrgenommener Umsetzung (Performanz), besonders bei den Parteien“. Das aber sei kein Anlass für „Alarmismus“.
Schauen wir uns die Sache genauer an, denken wir: Beunruhigend ist das schon, was zwischen 2016 und 2025 bei sechs Befragungen mit jeweils mehr als 5000 Beteiligten herausgekommen ist. Die Kluft zwischen der „Akzeptanz“ demokratischer Werte und dem Vertrauen in deren Umsetzung ist nämlich beachtlich. Ist das kein „wishful thinking“?
Was Experten sagen
So stimmen 91 Prozent der Befragten, wie die Studie festhält, „den Werten und Regeln“ demokratischer Wahlen zu, doch sind nur 65 Prozent mit deren Funktionieren zufrieden. Die Bedeutung der Parteien für die Demokratie schätzen 77 Prozent der Umfrageteilnehmer als hoch ein, doch findet deren Leistung nur bei 17 Prozent Gefallen. Die demokratische Öffentlichkeit schätzen 83 Prozent, doch gehen nur 31 Prozent mit deren Wirkung d’accord.
Beim Stichwort „Bürgerrechte“ liegen die Werte bei 81 zu 35 Prozent, bei der „Regierung“ bei 83 zu 21, beim „Parlament“ bei 83 zu 31, bei „Gewaltenteilung“ bei 82 zu 34 Prozent, beim Stichwort „Partizipation“ liegen die Werte bei 79 und 15 Prozent. „Geringe Zufriedenheitswerte mit ihrem Funktionieren allein“ seien „noch keine Krise der Demokratie“, sagt Studienleiter Vehrkamp. „Zu einem Problem“ würden sie „erst dann, wenn sie auch die Legitimität der Demokratie als solcher beschädigen.
Das ist aber nach den Ergebnissen unserer Studie in Deutschland noch nicht einmal ansatzweise der Fall. “Nicht mal „ansatzweise“? Angesichts der Umfrageergebnisse der AfD und der Linkspartei fragen wir uns, ob das nicht wishful thinking ist.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





