
Bewaffnete Zivilisten: Schüsse auf Menschen, Schüsse in die Luft
Bewaffnete Zivilisten : Schüsse auf Menschen, Schüsse in die Luft Von Othmara Glas, Kiew 11.05.2026, 10:15Lesezeit: 4 Min. Polizeibeamte sichern den Tatort in Kiew, wo ein Bewaffneter sieben Menschen auf der Straße...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Bewaffnete Zivilisten : Schüsse auf Menschen, Schüsse in die Luft Von Othmara Glas, Kiew 11. 2026, 10:15Lesezeit: 4 Min. Polizeibeamte sichern den Tatort in Kiew, wo ein Bewaffneter sieben Menschen auf der Straße tötete, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde.
dpaIn der Ukraine sind seit Kriegsbeginn auch unter Zivilisten immer mehr Schusswaffen im Umlauf. Und sie werden immer öfter eingesetzt. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ein Autofahrer in der ukrainischen Hauptstadt Kiew schießt auf einen anderen Fahrer.
Die Einzelheiten
Niemand wird verletzt, die Polizei ermittelt zu den Hintergründen. In der Großstadt Dnipro kommt es zu einem Streit zwischen mehreren Menschen. Jemand zieht eine Waffe, drückt ab.
Ein Video des Vorfalls landet im Netz. In der Hafenstadt Odessa schießt ein Mann nahe einem Spielplatz in die Luft, in Charkiw feuert ein Betrunkener in einer Metrostation ebenfalls in die Luft. Es sind Nachrichten aus den vergangenen Tagen, die von einem beunruhigenden Trend zeugen: In der Ukraine mehren sich die Fälle von Schusswaffengewalt.
Und nicht immer gehen sie glimpflich aus. Als Mitte April ein Mann im Kiewer Stadtteil Holossijiwskyj zunächst auf der Straße das Feuer eröffnete und sich anschließend mit Geiseln in einem Supermarkt verschanzte, wurden sieben Menschen getötet, sieben weitere mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Täter wurde von den Einsatzkräften getötet.
Was Experten sagen
Seitdem ist eine Debatte über die Regeln für den privaten Besitz von Waffen entbrannt, auch weil zwei Polizisten dabei gefilmt wurden, wie sie mutmaßlich vom Tatort flohen. Infolge des Skandals trat der Chef der Streifenpolizei zurück. Befürworter von privatem Waffenbesitz argumentieren nun, dass bewaffnete Passanten den Angreifer in Kiew hätten aufhalten können.
Innenminister: Recht auf bewaffnete SelbstverteidigungDas Grundproblem ist, dass es in der Ukraine kein umfassendes Gesetz zum Umgang mit Waffen für Zivilisten gibt. Bisher regelt dies das Innenministerium per Verordnung. Schon vor der russischen Vollinvasion stand das Thema auf der Agenda des Parlaments, nicht zuletzt, weil ein Waffengesetz Teil des Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union war.
Ein entsprechender Gesetzentwurf schaffte es allerdings nur durch die erste Lesung – am 23. Februar 2022, dem Tag vor dem Großangriff. Ihor Fris, Abgeordneter der Regierungspartei „Diener des Volkes“, hatte den Entwurf damals mit ausgearbeitet.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





