
Boris Pistorius: „Auch in Washington weiß man inzwischen, wie gut wir sind“
Boris Pistorius : „Auch in Washington weiß man inzwischen, wie gut wir sind“ Von Peter Carstens, Berlin 26.06.2026, 13:12Lesezeit: 8 Min. Pistorius in seinem BundestagsbüroOmer MessingerEr wünscht sich eine Welt ohne...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Boris Pistorius : „Auch in Washington weiß man inzwischen, wie gut wir sind“ Von Peter Carstens, Berlin 26. 2026, 13:12Lesezeit: 8 Min. Pistorius in seinem BundestagsbüroOmer MessingerEr wünscht sich eine Welt ohne Waffen – und kauft sie für Milliarden.
Der Verteidigungsminister spricht über sein sozialdemokratisches Gewissen, gescheiterte Rüstungsprojekte und über die K-Frage in der SPD. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Minister, Sie waren Anfang der Woche beim ersten großen Manöver der neuen Panzerbrigade 45 in Litauen. Welche Eindrücke bringen Sie von dort mit?
Die Einzelheiten
Ich musste an den Juni 2023 zurückdenken. Präsident Nauseda stand neben mir. Als ich die Stationierung der Brigade Litauen angekündigt habe, waren viele überrascht.
Es gab zunächst auch Kritik und Zweifel. Bei den insgesamt zehn Besuchen in Litauen konnte man sehen, wie Infrastruktur und Brigade in großen Schritten aufwachsen. Es ist beeindruckend, wenn ich Soldaten aller Ränge treffe, die mit Leidenschaft und Herzblut dabei sind.
Immer wieder höre ich von Soldatinnen oder Soldaten, sie erlebten gerade die beste Zeit ihres Soldatenlebens. Mich beeindrucken die Professionalität und Einsatzbereitschaft, die ich vor Ort erlebe. Wenn man auf dem Übungsplatz Soldaten sieht, die mit multinationalen Verbänden üben, rund 15 Kilometer von der Grenze zu Weißrussland entfernt, dann ist das genau das richtige Signal unserer Verantwortung und unseres Engagements für die Ostflanke.
Was Experten sagen
Und man erlebt es auch nicht allzu oft auf politischer Ebene, dass man Entscheidungen trifft, die dann so greifbar werden. Das spricht sich rum. Auch in Europa und in Washington weiß man inzwischen, wie gut wir sind.
Gegen die realen Bedrohungen soll sich Europa wappnen. Aber was sind die deutsch-französischen Beziehungen noch wert, wenn es nicht einmal unter Putins Aggression und Trumps Verachtung zu einem gemeinsamen Kampfflugzeug reicht? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Das Projekt ist zu einer Zeit ins Leben gerufen worden, als viele in Westeuropa das Ausmaß der russischen Bedrohung nicht vollständig wahrgenommen haben. In der Rückschau ist klar geworden, dass man das Projekt falsch aufgesetzt hatte. Man hätte politisch vorgeben müssen, dass sich die beteiligten Unternehmen zu Beginn des Projekts auf eine detaillierte Arbeitsteilung einigen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





