
Börsen-Aufschwung in Japan: Tech-Hoffnungen schlagen Rohstoffsorgen
Börsen-Aufschwung in Japan : Tech-Hoffnungen schlagen Rohstoffsorgen Von Tim Kanning, Tokio 18.05.2026, 12:39Lesezeit: 3 Min. Passanten in Tokio: Der Aktienmarkt in Japan hat sich verändert.EPADer KI-Boom hat mehrere...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Börsen-Aufschwung in Japan : Tech-Hoffnungen schlagen Rohstoffsorgen Von Tim Kanning, Tokio 18. 2026, 12:39Lesezeit: 3 Min. Passanten in Tokio: Der Aktienmarkt in Japan hat sich verändert.
EPADer KI-Boom hat mehrere japanische Konzerne zu regelrechten Kursraketen gemacht. Der Aktienmarkt in Tokio hat sich so stark gewandelt, dass Anleger viele Risiken einfach ausblenden. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der japanische Chiphersteller Kioxia dürfte gerade eine der erfolgreichsten Börsengeschichten Asiens aus der jüngeren Vergangenheit schreiben.
Die Einzelheiten
Die Investmentgesellschaft Bain Capital hatte die Speicherchipsparte des Elektronikkonzerns Toshiba im Jahr 2018 übernommen, die Kapazitäten und die Profitabilität ausgebaut und im Dezember 2024 unter dem neuen Namen zu einem Aktienkurs von etwa 1700 Yen an die Börse gebracht. Aktuell, gut eineinhalb Jahre später, wird die Aktie zu 44. 500 Yen an der Tokioter Börse gehandelt.
Allein seit dem Jahresbeginn hat sich der Kurs fast verfünffacht. Kioxia gilt als Nummer drei am Markt für sogenannte NAND-Flash-Speicherchips hinter den Koreanern Samsung Electronics und SK Hynix. Der weltweite Boom der Künstlichen Intelligenz hat auf dem Markt das Angebot knapp werden und die Preise kräftig anziehen lassen.
Von alledem profitiert Kioxia. Das Unternehmen hat gerade für das im März abgelaufene Geschäftsjahr eine Verdoppelung seines Nettogewinns vermeldet und erwartet im aktuell laufenden Quartal fast einen fünfzigmal so hohen Nettogewinn wie im Vorjahreszeitraum. Die Anleger sind begeistert und haben den Börsenneuling mit seiner derzeitigen Marktkapitalisierung von 24,3 Billionen Yen (131 Milliarden Euro) innerhalb weniger Monate in die Top Five der größten japanischen Aktiengesellschaften katapultiert.
Was Experten sagen
Traditionskonzerne wie Sony und Hitachi hat Kioxia bereits hinter sich gelassen. Kursplus von 270 ProzentDer Chipkonzern steht damit beispielhaft für die schon seit einiger Zeit fortdauernde Hausse an der japanischen Börse, die zum großen Teil von der Technologiebranche getragen wird. So konnten innerhalb eines Jahres auch die Zulieferer der Halbleiterindustrie Tokyo Electron (plus 114 Prozent), Advantest (plus 270 Prozent) und Lasertec (plus 174 Prozent) ihren Börsenwert in die Höhe schrauben.
Unterm Strich hat der Leitindex Nikkei 225 allein in den vergangenen zwölf Monaten um 60 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der deutsche Dax trat im gleichen Zeitraum auf der Stelle, der amerikanische Index S&P 500 verbesserte sich um 25 Prozent. Naomi Fink, Chefstrategin der japanischen Anlagegesellschaft Amova sieht die Börsenrally in Japan vor allem als Folge des weltweiten Booms bei den Halbleiterinvestitionen.
Der günstige Yen, den viele Marktbeobachter als Grund für die Hausse vorbringen, sieht sie dagegen eher als „schwachen Verstärker“. Viele japanische Unternehmen investierten zwar nachhaltig und produktivitätssteigernd in Technologie. „Diese Investitionen wirken jedoch nur langsam.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





