
Bosch in der Krise: Der schwäbische Ingenieur als hemmender Faktor
Bosch in der Krise : Der schwäbische Ingenieur als hemmender Faktor Ein Kommentar von Benjamin Wagener 14.07.2026, 11:27Lesezeit: 3 Min. Ein Mitarbeiter beim Betreten einer Reinraumumgebung in der Halbleiterproduktion...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Bosch in der Krise : Der schwäbische Ingenieur als hemmender Faktor Ein Kommentar von Benjamin Wagener 14. 2026, 11:27Lesezeit: 3 Min. Ein Mitarbeiter beim Betreten einer Reinraumumgebung in der Halbleiterproduktion von Bosch in Dresden.
BloombergBosch muss seine Denkweise grundlegend verändern. Nur wenn der träge Beamtenkonzern sich an die neuen, agileren Wettbewerber anpasst, wird er wieder zu einem führenden Technologieanbieter. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bosch kommt nicht zur Ruhe.
Die Einzelheiten
Gerade erst hatte der Traditionskonzern die Gespräche über den größten Stellenabbau in der Unternehmensgeschichte beendet und den Schock über das erste Verlustjahr nach langer Zeit verkraftet, als Ende Juni überraschend Stefan Hartung als Vorsitzender der Geschäftsführung zurückgetreten ist. Nicht nur das Streichen von fast 28. 000 Stellen in Deutschland, sondern auch der Rücktritt, der eigentlich eine Entlassung war, machen eines deutlich: Der Umbruch beim weltgrößten Autozulieferer ist noch lange nicht zu Ende.
Bosch mag es noch so sehr betonen: Der Abgang von Hartung als oberstem Manager ist kein freiwilliger. Gegen die Legende, dass der 60-Jährige sich auf eigenen Wunsch anderen Aufgaben widmen will, spricht der Fakt, dass zwischen Verkündung und Ende der Dienstzeit gerade einmal vier Tage lagen. Der Westfale hatte kaum Zeit, seinen Schreibtisch aufzuräumen, geschweige denn die wichtigsten Kunden zu informieren.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Hartung geht nur neun Monate nach einer VertragsverlängerungZudem geht Hartung nur neun Monate nach einer Vertragsverlängerung um fünf Jahre und mitten in einer Zeit, in der die grundlegende Sanierung des Technologiekonzerns zwar angestoßen, aber noch längst nicht abgeschlossen ist. Vor allem aber wechselt Hartung nicht in die Robert-Bosch-Industrietreuhand, die als unternehmerischer Gesellschafter agiert und die eigentliche Machtzentrale des Konzerns darstellt.
Was Experten sagen
Früher war es üblich, fast schon ein ungeschriebenes Gesetz, dass scheidende Chefs Mitglied in dem für das Unternehmen so entscheidenden Zirkel werden. Kurz vor Hartungs Demission hat Volkswagen eine von Bosch und dem Autohersteller mit großen Zielen begonnene Partnerschaft zur Entwicklung automatisierter Fahrsysteme beendet, weil die Wolfsburger die nächste KI-Stufe des Systems nicht mit dem Traditionskonzern aus Baden-Württemberg realisieren wollten. Die Kündigung zeigt, woran Hartung gescheitert ist und welche Aufgabe sein Nachfolger Christian Fischer zu bewältigen hat.
Bosch fehlt die Agilität der neuen WettbewerberIndustrietreuhand und Aufsichtsrat haben das Vertrauen verloren, dass Hartung der richtige Manager war, um den Industriekonzern mit seiner fast 140-jährigen Geschichte in ein schnelles, wendiges Unternehmen für die neue Automobilwelt zu verwandeln. VW setzt auf Partnerschaften mit Start-ups wie Rivian in den USA oder X-Peng in China.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




